Sparkassen: Keine Fusion mit Landesbank

Schweinfurt - Bayerns Sparkassen wollen nach dem Debakel bei der BayernLB und ihrem weitgehenden Rückzug aus der Landesbank künftig alleine weitermachen.

Auf dem Bayerischen Sparkassentag in Schweinfurt lehnte Verbandspräsident Siegfried Naser am Donnerstag eine Fusion mit der Landesbank ab. “Die Position aller bayerischen Kommunen, der bayerischen Sparkassen und der bayerischen Staatsregierung und der Parteien im Landtag ist eindeutig: Diesen Weg gehen wir nicht“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Einen Zusammenschluss der Landesbanken untereinander befürwortete er aber. “Auch wenn wir unsere Mitgestaltungsmacht an der strategischen Ausrichtung der BayernLB verloren haben, dürfen wir darauf hinweisen, dass Sparkassen weiterhin eines oder mehrere starke Spitzeninstitute brauchen“, sagte Naser. “Wir halten daher eine Landesbankenkonsolidierung nach wie vor für richtig.“

Die EU-Kommission dringt nach einem Bericht des “Handelsblattes“ (Donnerstag) bei der Prüfung des Restrukturierungsplanes für die BayernLB weiter auf einen baldigen Eigentümerwechsel bei der Landesbank. Auch eine Fusion mit den Sparkassen sei nicht ausgeschlossen, berichtete die Zeitung. Ein Sprecher der BayernLB wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren.

Die Zukunft der Landesbank liege in den Hände des Freistaates, betonte Naser. “Wo es strategisch langgehen soll, ob Privatisierung oder Fusion oder was auch immer, liegt nicht in den Händen der bayerischen Sparkassen, sondern in denen des Eigentümers, des Freistaats Bayern. Bayern hat rund 95 Prozent und bestimmt damit auch die Strategie der BayernLB.“ Eine Rückkehr zu einem höheren Anteil an der BayernLB sei kein Thema.

Die Landesbank ist nach der Rettungsaktion des Freistaates im vergangenen Jahr mehrheitlich in Staatsbesitz. Sie war durch Fehlspekulationen am US-Hypothekenmarkt in den Strudel der Finanzkrise geraten und hatte 2008 einen Verlust von 5,1 Milliarden Euro eingefahren. Der Freistaat hatte die Bank daraufhin mit rund zehn Milliarden Euro stützen müssen. Da sich die Sparkassen nicht an der Finanzspritze in Höhe von rund zehn Milliarden Euro für die Bank beteiligt hatten, war ihr Anteil von 50 auf rund 6 Prozent gesunken.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verteidigte diese Lösung auf dem Sparkassentag. “Ich halte es auch aus heutiger Sicht unverändert für richtig, dass der Freistaat Bayern die bayerischen Sparkassen nicht in die Pflicht genommen hat. Wir wollten dies nicht auf den Schultern der Sparkassen und damit der Kommunen abladen.“ Außerdem hätten die Sparkassen wegen der BayernLB ohnehin schon erhebliche finanzielle Opfer bringen müssen, sagte der Innenminister.

Die Staatshilfe für die BayernLB sei daher auch ein Bekenntnis zu den Sparkassen. Ihr Geschäftsmodell habe sich bewährt. Die Sparkassen hatten im Zusammenhang mit der Krise bei der BayernLB im vergangenen Jahr 520 Millionen Euro abschreiben müssen. Ihr Gewinn war von 272 Millionen Euro im Vorjahr auf 175 Millionen Euro gesunken. Ob in diesem Jahr weiterer Abschreibungsbedarf besteht, könne er nicht sagen, betonte Naser. “Das ist schwer zu prognostizieren. Das hängt ja von der Unternehmensbewertung ab. Der Wert der BayernLB hat letztes Jahr dazu geführt, dass wir nur noch sechs Prozent halten.

Wie die endgültige Unternehmensbewertung im Laufe dieses Jahres ausgeht, kann ich nicht sagen. Ganz ausschließen, dass unser Wert noch weiter absinkt oder dass er leicht ansteigt, kann niemand.“ Die EU-Kommission prüft derzeit das Restrukturierungskonzept für die Landesbank, das eine deutliche Schrumpfkur und den Abbau tausender Arbeitsplätze vorsieht.

Ihre milliardenschweren Lasten durch vom Ausfall bedrohte Wertpapiere will die Landesbank in einer interne Restrukturierungseinheit bündeln. Diese solle zum 1. Juli ihre Arbeit aufnehmen, sagte der BayernLB-Sprecher und bestätigte damit Angaben des “Handelsblatts“. Das Volumen von rund 30 Millionen Euro umfasse Flugzeug- und Schiffsfinanzierungen, strukturierte Wertpapiere sowie Kredite mit Finanzunternehmen und der öffentlichen Hand. 

dpa

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