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Bayerische Spielwarenbranche berichtet

Weihnachtsgeschäft: Das sind die Klassiker im Kinderzimmer

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2014 betrugen die Erlöse der Spielwarenbranche 2,7 Milliarden Euro. Foto: K.-J. Hildenbrand/Archiv

Nürnberg - Bausysteme wie Lego und Playmobil sind trotz der elektronischen Spielewelt weiter stark nachgefragt - und verzeichnen gar ein deutliches Umsatzwachstum. Eine wichtige Rolle dabei spielen die Schenker. Kam der Abgesang auf Bauklötzchen und Co. zu früh?

Aus dem Kinderzimmer piept, blinkt und lärmt es, Sirenen heulen auf - und dennoch sind Klassiker wie Lego und Playmobil ohne großen technischen Schnickschnack beliebt wie eh und je. Nach einer Krisenzeit um das Jahr 2009, als technische Konkurrenten wie Laptops, Spielekonsolen und Smartphones das Traditionsspielzeug zu verdrängen schienen, geht es wieder stetig aufwärts. „Auch in diesem Jahr haben die Klassiker ein Plus von mehr als acht Prozent verzeichnet - und das Weihnachtsgeschäft steht noch bevor“, sagt Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwaren-Industrie (DVSI). „Mit dem schönen Rückenwind aus dem sehr guten Jahr steht einem guten Weihnachtsgeschäft nichts im Weg.“

Erst Ende Oktober gab der Spielzeugriese Lego bekannt, dass er mit der Produktion seiner bunten Bauklötzchen wegen der großen Nachfrage nicht mehr hinterherkomme. Manche Kinderwünsche nach Bausets könnten unerfüllt bleiben, warnte ein Unternehmenssprecher. Die Nachfrage sei „phänomenal“. Gute Verkaufszahlen bescherten den Dänen zuletzt vor allem die Dauerbrenner Lego City oder Technic. Im ersten Halbjahr verzeichnete die Firma zweistelliges Wachstum, und für 2015 steuert der Spielzeugbauer mit mehr als 15 000 Angestellten auf einen Rekordgewinn zu.

Auch beim fränkischen Hersteller Playmobil brummt das Geschäft mit den freundlich dreinblickenden Männchen aus Plastik. Im 41. Jahr der Firmengeschichte verzeichneten die Zirndorfer bis Oktober ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Inzwischen gibt es nach Firmenangaben mehr als 4600 Varianten des Produkts, gut 2,8 Milliarden Playmobil-Figuren bewohnen Kinderzimmer in aller Welt.

Die Firma Schleich aus Schwäbisch Gmünd, deren Figuren bereits seit 80 Jahren unter dem Weihnachtsbaum liegen, verbucht 2015 nach eigenen Angaben einen zweistelligen Zuwachs. Klassiker bleibt Klassiker, heißt es dort. „Diesen Erfolg verdanken wir auch der Einführung unserer neuen Spielwelten“, sagt Geschäftsführer Dirk Engehausen. Gegenüber Touchscreens und leuchtenden Knöpfen zeichneten sich die Figuren außerdem durch ihre Realitätstreue aus. „Kinder wollen beim Spielen auch echte Steine und Figuren anfassen“, bekräftigt der Geschäftsführer des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels (BVS), Willy Fischel.

Auch bei Playmobil heißt es, dass der Run auf Sets wie die Kinderklinik mit OP-Saal, Neugeborenenstation und Kinderkrankenzimmer besonders groß sei. Der Trend bei den Klassikern gehe zu den Spielwelten, bestätigt Brobeil. Im Kleinen abbilden, was sich draußen tut, lauten Motto und Herausforderung für die Branche. Ursache für die Renaissance der Spielzeug-Klassiker seien aber auch die Schenker. „Eltern und Großeltern kennen und schätzen das Spielzeug aus ihrer Kindheit - und kaufen das dann auch“, meint Brobeil.

„Die Konsumenten besinnen sich in unserer schnelllebigen, digitalen Welt mit immer weniger Zeit zum Spielen zunehmend wieder auf traditionelle Werte“, sagt Schleich-Chef Engehausen. Davon profitiere seine Marke. Von den Eltern werde außerdem geschätzt, dass Kinder nicht nur Vorgegebenes nachspielten, sondern rund um die Produkte ihre eigene Fantasiewelt entwickeln könnten.

Allerdings lassen die Hersteller der Klassiker auch die Technik nicht völlig außen vor. Mit Hilfe einer Batterie können Kinder etwa Lego-Technik-Sets antreiben. „Elektronische Features erhöhen sicher regelmäßig den Spielwert von Spielzeugen, sind aber nicht unbedingt Bedingung dafür“, betont Fischel. Und nicht jedes Technik-Spielzeug ist gleich pädagogisch fragwürdig. „Die Kinder lernen mit Spielzeug fürs spätere Leben. Im Leben gibt es Elektronik, also macht es natürlich Sinn, wenn Spielzeug das auch im Kleinen abbildet“, sagt Brobeil. Die Digitalisierung der Produkte sei aber allenfalls eine Ergänzung des Kernsortiments.

dpa

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