Sprachforscher grübeln

Piëch und das „Guillotinen-Zitat“

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Ferdinand Piëch.

Hannover/Mannheim - Auf der Suche nach der Keimzelle für die Rücktrittsgerüchte um VW-Patriarch Ferdinand Piëch hat der 76-Jährige für ein kleines sprachwissenschaftliches Phänomen gesorgt.

Der Chef des Volkswagen-Aufsichtsrates, der einen Medienbericht über seinen angeblichen Rückzug von der Konzernspitze klar dementierte, hatte den „Spiegel“ über seine Suche nach dem Ursprung der Spekulation wissen lassen: „Guillotinieren werde ich erst, wenn ich sicher bin, wer es war.“

Das Verb, das die Aktion des Fallbeils beschreibt, taucht im Deutschen so gut wie nie auf. Das ergab eine Anfrage beim Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim. Die Experten dort verfügen über eine mehr als 100 Jahre zurückreichende riesige Datenbank, die sich etwa aus Zeitungen, Tagebüchern oder Literatur speist. Darin finden sich seit dem Jahr 1910 nur 380 Treffer für Varianten von „guillotinieren“. Fast ausschließlich ist der Kontext historisch und es geht um Hinrichtungen.

Der Bericht hatte kurz vor der Automesse IAA Mitte September auch unter Berufung auf Piëch-Vertraute angebliche Gesundheitsprobleme des VW-Patriarchen thematisiert und einen raschen Rückzug in Aussicht gestellt. Piëch selber und Volkswagen dementierten entschieden. Wie aus dem Konzern zu hören ist, habe der Bericht Piëch sehr getroffen.

dpa

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