Sprit

ADAC-Experte warnt: Autofahrern drohen die „höchsten Benzinpreise aller Zeiten“

Sprit wird immer teurer. Diesel und Super E10 erreichen Neunjahreshochs. Und auch das ist wohl noch nicht das Ende.

München - Die Spritpreise in Deutschland steigen immer weiter, die Fahrt zur Tankstelle wird zunehmend schmerzhaft für den Geldbeutel. Getrieben vom Ölpreis nähern sich die Preise rasant ihren Allzeithochs aus dem Jahr 2012 an. Wie der ADAC am Mittwoch (13. Oktober) mitteilte, haben Diesel und Super E10 Neunjahreshochs erreicht.

Spritpreise in Deutschland: Diesel und E10 auf Rekordkurs

Besonders der Diesel-Preis legte laut ADAC zu. Am Dienstag (12. Oktober) kostete der Treibstoff im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,526 Euro pro Liter. Das entspricht 4,8 Cent mehr als vor einer Woche. Damit fehlen bei Diesel noch 2,8 Cent zum Allzeithoch aus dem August 2012. Auch E10 verteuerte sich deutlich. Am Dienstag war es mit 1,647 Euro pro Liter um 3,8 Cent teurer als vor Wochenfrist. Zum Allzeithoch aus dem September 2012 fehlen damit noch 6,2 Cent. „Wenn dieser Wert überholt wird, haben wir die höchsten Benzinpreise aller Zeiten“, so ADAC Benzinfachmann Jürgen Albrecht gegenüber der FAZ.

Spritpreis: Rohölpreise und CO2-Steuer treiben die Preise

ADAC und Mineralölwirtschaftsverband (MWV) zufolge sind die Rohölpreise die wichtigsten Treiber. Diese hatten zuletzt im Bereich von Mehrjahreshochs gelegen. Des Weiteren mache sich der stärkere Dollar bemerkbar, da Rohöl in der US-Währung abgerechnet wird. Beim Diesel kommt hinzu, dass im Herbst auch die steigende Heizölnachfrage den Preis treibt.

Zudem verweisen beide Verbände auf die CO2-Steuer, offiziell genannt Kohlendioxid-Preis, von 25 Euro je Tonne. Diese muss seit Beginn des Jahres 2021 bezahlt werden. Das verteuert den Treibstoff - je nach Sorte und Beimischung von Biosprit - um rund sechs bis acht Cent pro Liter. Die Mineralölwirtschaft verdiene durch die gestiegenen Preise an den Zapfsäulen dagegen nicht mehr, betonte ein Sprecher des MWV.

„Spätestens bei 1,99 Euro pro Liter“: Scheuer will Steuersenkungen

Gerhard Hillebrand, ADAC-Verkehrspräsident, appellierte an die zukünftigen Regierungsparteien. Sie sollten „jegliche Gedankenspiele über ein schnelleres Ansteigen des CO2-Preises unterlassen“. Aktuellen Planungen zufolge soll dieser bis 2025 auf 55 Euro je Tonne angehoben werden. Das würde das Benzin um weitere sieben bis neun Cent teurer machen. Der nächste Anstieg ist für 2022 geplant. Dann soll der CO2-Preis auf 30 Euro je Tonne steigen.

Indes hat CSU-Politiker und Verkehrsminister Andreas Scheuer gegenüber Bild.de eine „Spritpreis-Bremse“ ins Spiel gebracht. Zwei Drittel des Benzinpreises seien vom Staat mit Steuern und Abgaben beeinflusst. „Spätestens bei einem Preis von 1,99 Euro pro Liter muss der Staat deshalb eingreifen und im Gegenzug die Steuern senken“, so Scheuer gegenüber der Zeitung.

Während der Spritpreis in Deutschland für einen Liter Benzin in Zukunft auf über zwei Euro zu drohen steigt, ist das Benzin in anderen Ländern noch relativ billig. Der globale Durchschnitt liegt bei rund 1,04 Euro (1,21 US-Dollar), wie aus Daten des Informationsdienstes GlobalPetrolPrices hervorgeht. Etwa in Frankreich, Belgien, Spanien und Kroatien kostet ein Liter Benzin demzufolge aktuell weniger als in Deutschland (Datenstand: 11. Oktober). Italien, Griechenland und Portugal liegen knapp darüber.

Wucherpreise an Raststätten: Sprit bis zu 26 Cent teurer

An vereinzelten Raststätten in Deutschland hat der Spritpreis bereits die Marke von zwei Euro geknackt. Wie der ADAC in einer Studie veröffentlichte, mussten Autofahrer im Erhebungszeitraum an Raststätten insgesamt deutlich mehr zahlen: Durchschnittlich wurden 25 Cent mehr für Diesel und 26 Cent mehr bei E10 verlangt. (mbr/dpa) *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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