Spritpreise sinken auf breiter Front

Berlin - Nach stetigen Anstieg der Benzinpreise sind nun die Spritpreise deutschlandweit gesunken. Das geht aus einer Online-Datenbank hervor. Wo der Sprit am günstigsten ist, sehen sie hier.

Nach dem Einbruch des Ölpreises sind die Spritpreise leicht gesunken. Allerdings hält sich die Entlastung für die Autofahrer in Grenzen, wie aus vorläufigen Zahlen des ADAC hervorgeht. Demnach war Super E10 am Freitagmittag rund einen Cent billiger als am Vortag, bei Diesel waren keine Veränderungen festzustellen. Die Zahlen der Online-Datenbank clever-tanken.de bestätigten den Abwärtstrend.

Am Donnerstag hatte die Internationale Energie-Agentur (IEA) bekanntgegeben, 60 Millionen Fass Rohöl aus den Reserven der Mitgliedsstaaten auf den Markt zu bringen, um den Preis zu drücken. Der Rohölpreis brach daraufhin um 4,39 Dollar auf 91,02 Dollar ein. Am Freitag stieg der Referenzölpreis für den August-Vertrag an der New Yorker Rohstoffbörse Nymex um 20 Cent auf 91,22 Dollar. Der Preis für die Nordseesorte Brent sank an der Londoner Börse ICE Futures um 53 Cent auf 106,73 Dollar je 159-Liter-Fass.

Mineralölwirtschaft: Kein Effekt der IAE-Ankündigung

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) sieht in den sinkenden Spritpreisen allerdings keine kurzfristige Folge des gesunkenen Ölpreises. Dafür sei der zeitliche Abstand zu kurz, sagte MWV-Sprecherin Karin Retzlaff der Nachrichtenagentur dapd. Der IEA sei es vor allem um die Signalwirkungen gegangen, die der Eingriff in den Markt habe. Der hohe Ölpreis der vergangenen Monate sei keine Folge eines mangelnden Angebots. “Es ist genügend Öl da, es gibt keine Engpässe“, sagte Retzlaff. Der MWV vertritt unter anderem die größten in Deutschland vertretenen Mineralölkonzerne.

ADAC-Sprecher Andreas Hölzel sagte, es sei schwer zu sagen, ob der Eingriff der IAE den Ölpreis längerfristig senken werde. Eines sei aber klar: “Wenn Öl sinkt, muss auch Benzin sinken.“ Am Freitag habe es große Preisunterschiede an den Tankstellen gegeben. An manchen Markentankstellen etwa habe ein Liter Diesel 1,31 Euro gekostet, während der Durchschnitt bei knapp 1,42 Euro gelegen habe. Am Samstag seien Preissenkungen wahrscheinlich. Für Autofahrer hatte er einen altbekannten Tipp: “Wenn man was Günstiges sieht, sollte man nachtanken.“

Experten halten Intervention für PR-Aktion

Experten reagierten überrascht auf die strategische Maßnahme der Staaten. Schließlich sei der Ölpreis seit seinem Hoch von 115 Dollar je Fass am 2. Mai schon wieder gefallen. “Die Ankündigung der IEA scheint nicht mehr zu sein als eine zeitlich gut gewählte PR-Aktion, um Spekulanten zu bestrafen“, sagte Richard Soultanian von der Energieberatung NUS Consulting. Eine nachhaltige Auswirkung auf die Ölpreisentwicklung an den Märkten sei nicht zu erwarten.

Wo genau der Sprit am günstigsten ist sehen sie hier.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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