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Steuern 2022: Mit diesen Stellschrauben gibt es mehr Netto vom Brutto

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Nahaufnahme der Hände: Ein Mann zählt an einem Tisch Euro-Banknoten.
Mehr Netto vom Brutto im Jahr 2022 © Rüdiger Wölk/Imago

Höhere Freibeträge senken in diesem Jahr die Steuerlast für viele Arbeitnehmer. Ein Überblick mit Tabellen.

München - Gute Nachrichten für Arbeitnehmer und Rentner. Im neuen Jahr können fast alle mit etwas mehr Netto vom Brutto rechnen. Der Grund: Die steuerlichen Grundfreibeträge steigen. Und bei den Sozialversicherungen bleibt die Beitragsbelastung weitgehend konstant – im Schnitt bei 19,975 Prozent.

Dies ergibt sich aus folgenden Entwicklungen:

Steuern 2022: Freibeträge senken Abgabenlast für Arbeitnehmer

Die Unterschiede zwischen den Kassen sind aber nach wie vor beträchtlich. Steuerlich positiv bemerkbar machen sich in diesem Jahr die erneut verbesserten Regelungen zur Absetzbarkeit von Rentenversicherungsbeiträgen und der steuerliche Grundfreibetrag, der von 9744 Euro auf 9984 Euro angehoben wird.

Weiterhin werden die Tarifeckwerte des Einkommensteuertarifs angepasst. Der Steuertarif wird – wenn man sich ein Koordinatensystem vorstellt – um 1,17 Prozent „nach rechts“ verschoben. Hierdurch soll die „kalte Progression“ ausgeglichen werden.

Der progressive – also mit zunehmendem Bruttoeinkommen immer mehr ansteigende – Steuertarif würde ansonsten dazu führen, dass Lohnsteigerungen in Verbindung mit der Inflation zumindest teilweise durch eine höhere Besteuerung „aufgefressen“ werden.

Beitragssätze zur Sozialversicherung 2022

Angaben in Prozent

InsgesamtArbeitnehmeranteil
Allgemeine Rentenversicherung18,69,3
Arbeitslosenversicherung2,41,2
Krankenversicherung, allgemein14,67,3
durchschnittlicher Zusatzbeitrag1,30,65
Pflegeversicherung3,051,525
insgesamt39,9519,975
Zusatzbeitrag zur Pflegeversicherung für Kinderlose0,350,35

Da insbesondere sehr gut verdienende Arbeitnehmer von steuerlichen Entlastungen profitieren, verzeichnen diese ein besonders hohes Netto-Plus. Hier einige Beispielrechnungen:

■ Arbeitnehmer mit Steuerklasse I oder IV, die monatlich brutto 6000 Euroverdienen, kommen immerhin – ohne weitere steuerliche Absetzbeträge – auf ein monatliches Plus von 20 Euro (mit Kind, keine Kirchensteuer). Bei 8000 Euro brutto sind es bereits 28 Euro. Zum Vergleich: Bei 2000 Euro brutto/Monat beträgt das Plus nur sechs Euro.

■ Alleinerziehende: Durch das Jahressteuergesetz 2020 wurde der zunächst nur coronabedingt um 2100 Euro erhöhte Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ab 2022 dauerhaft auf 4008 Euro jährlich festgelegt. Dieser Betrag gilt für das erste Kind. Für jedes weitere Kind kommen 240 Euro hinzu. Ein Entlastungsbetrag in Höhe von 4008 Euro bringt Alleinerziehenden mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3000 Euro so eine jährliche Entlastung von rund 1000 Euro! Zumeist ist das Einkommen (und damit auch die steuerliche Entlastung) der Betroffenen allerdings weit niedriger.

Wie sich der monatliche Nettolohn ändert*

BruttolohnNettolohn 2021Nettolohn 2022monatliches Plus 2022
2000 Euro1436 Euro1442 Euro6
3000 Euro2005201510
4000 Euro2541255312
5000 Euro3051306716
6000 Euro3573359320
7000 Euro4043406825
8000 Euro4566459428

*Annahmen: Steuerklassen I/IV, keine Kirchensteuer, mit Kind(ern), gesetzlich kranken- und pflegeversichert, 1,3 % Zusatzbeitrag der Krankenversicherung 2022

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