Bahngewerkschaften kündigen bundesweiten Streik an

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Übernächste Woche herrscht Stillstand auf Deutschlands Schienen

Fulda - Die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA planen übernächste Woche bundesweit mehrstündige Warnstreiks im Regionalverkehr. Womit Bahnkunden rechnen müssen.

Die Bahn-Gewerkschaften machen ihre Drohung wahr: Ende Oktober sollen deutschlandweit Warnstreiks im regionalen Zugverkehr beginnen, sowohl bei der Deutschen Bahn als auch bei ihren privaten Wettbewerbern. Die Aktionen sollen so lange dauern, “bis wir am Verhandlungstisch zu einem Ergebnis kommen und einen Tarifvertrag abschließen können“, sagte der Transnet-Vorsitzende Alexander Kirchner in Fulda. Dort hatten die Spitzengremien von Transnet und der Schwestergewerkschaft GDBA am Dienstag die Entscheidung getroffen.

Bei der Deutschen Bahn werden es die ersten Arbeitsniederlegungen seit knapp drei Jahren sein. Damals steuerte der Konflikt vor allem mit der Lokführergewerkschaft GDL auf seinen Höhepunkt zu.

Gewünschtes Ergebnis für die Gewerkschaften ist ein Tarifvertrag für die gesamte Branche: Darin soll ein deutlich höheres Einkommensniveau für die Eisenbahner festgeschrieben werden, die nicht bei DB Regio - der Regionalverkehrstochter des Staatskonzerns, angestellt sind - sondern bei einem ihrer Konkurrenten. Die Wettbewerber, die diverse regionale Netze in Deutschland betreiben, zahlen ihren Mitarbeitern in der Regel deutlich weniger als die Bahntochter, und zwar bis zu 30 Prozent.

"Warnstreiks werden weh tun"

Den Gewerkschaften ist zudem ein Dorn im Auge, dass die Deutsche Bahn inzwischen Töchter ausgegründet hat, die keine Tariflöhne zahlen. Auch dieses Vorgehen wollen Transnet und GDBA mit einem Branchentarifvertrag unterbinden, und deswegen beziehen sie die bundeseigene Bahn in die Warnstreiks ein. Diese wiederum rechtfertigt ihre Strategie damit, dass sie Streckenausschreibungen im Regionalverkehr nicht gewinnen könne, wenn sie deutlich höhere Löhne als die Konkurrenz zahlen müsse.

Bei der Bahn zeigt man kein Verständnis für die geplanten Warnstreiks, die frühestens am 25. Oktober beginnen sollen. Schließlich habe man schon einen weiteren Verhandlungstermin für den 29. Oktober. “Ein vernünftiger Kompromiss für einen Branchentarifvertrag im Nahverkehr ist machbar“, beschwört Bahn- Personalvorstand Ulrich Weber die Gegenseite. Seit voriger Woche lägen Vorschläge der Bahn auf dem Tisch, “über die erst noch verhandelt werden muss“. Der Konzern habe schon zugesagt, den Branchentarifvertrag zu unterschreiben, wenn von diesem mindestens die Hälfte der Arbeitnehmer außerhalb der Deutschen Bahn erfasst würden.

Diese Bedingung wäre erfüllt, wenn die sechs großen Privatbahnen Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia Verkehr und Hessische Landesbahn sich mit den Gewerkschaften einigen würden. Danach sieht es aber derzeit nicht aus. Das jüngste Angebot liege vom Lohnniveau her um 20 Prozent unter dem, was 90 Prozent der im Markt Beschäftigten verdienten.

Deshalb wollen Transnet und GDBA jetzt ernst machen: “Es wird keine ganztägigen Streiks geben oder welche, die sich über mehrere Tage hinziehen“, sagte Kirchner. “Aber wie man das aus der Vergangenheit kennt: Wenn mal die Bahn zwei, drei Stunden nicht fährt, sind die Auswirkungen noch über eine lange Zeit zu spüren.“ Und es werde indirekt auch den Fern- und Güterverkehr treffen. “Diese Warnstreiks werden wehtun“, kündigte Kirchner an.

Von Bernd Röder und Jörn Perske

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