Streikgefahr: Privatbahnen bieten Schlichtung an

Hamburg/Berlin - Die sechs großen Konkurrenten der Deutschen Bahn bieten den Gewerkschaften Transnet und GDBA angesichts drohender Warnstreiks eine Schlichtung an.

Im Tarifkonflikt der deutschen Bahnbranche schwelt die Streikgefahr weiter. Die Gewerkschaft Transnet betonte am Mittwoch, für die kommende Woche seien bundesweit Warnstreiks im Regionalverkehr geplant. “Dabei bleibt es“, sagte ein Sprecher auf Anfrage in Berlin. Wann und wo genau zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen werde, stehe noch nicht fest. Dies solle kurzfristig bekanntgegeben werden. Angesichts der Streikdrohungen haben sechs große Konkurrenten der Deutschen Bahn Transnet und der Gewerkschaft GDBA eine Schlichtung angeboten. “Wir sehen nach wie vor eine Lösung auf dem Verhandlungswege“, teilten die Firmen Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia Verkehr und Hessische Landesbahn am Mittwoch mit.

“Wir sehen die reelle Chance, erstmals seit der Liberalisierung des Schienenpersonennahverkehrs einen gemeinsamen Tarifvertrag für die Beschäftigten der Branche zu erreichen“, sagte die Arbeitgeber- Verhandlungsführerin Ulrike Haber-Schilling. Die im September begonnenen Gespräche über einen gemeinsamen Tarifvertrag sollten daher fortgesetzt werden. Dazu seien die Unternehmen auch bereit, in ein Schlichtungsverfahren einzutreten.

Der Transnet-Sprecher sagte, es sei ein mögliches Szenario, dass es auch zu einem Schlichtungsverfahren kommen könne. Davon sei in den Verhandlungen bisher aber nicht die Rede gewesen. Es gebe auch kein Schlichtungsabkommen zwischen den Tarifparteien.

Transnet, GDBA sowie die Lokführergewerkschaft GDL verhandeln seit mehreren Wochen parallel mit den Privatbahnen und der bundeseigenen Deutschen Bahn über einheitliche Tarifstandards für die Branche. Damit soll ein Wettbewerb über die Lohnkosten vermieden werden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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