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Streitfall Seltene Erden: Klage gegen China

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Im Tagebau werden im chinesischen Ganxian seltene Erden gefördert.

Brüssel - Der Handelsstreit mit China um Exportbeschränkungen für "Seltene Erden" eskaliert. Die EU, die USA und Japan brachten den Fall in Genf vor die Welthandelsorganisation (WTO). Die Asiaten sind empört.

Die EU-Kommission in Brüssel berichtete am Dienstag über den Vorgang. Metalle der Seltenen Erden wie Scandium, Lanthan oder Promethium werden für die Computer- und Kommunikationsindustrie gebraucht. Erst im Januar hatte die WTO Pekings Ausfuhrrestriktionen bei einigen Spezialrohstoffen für illegal erklärt.

China hat die Klage der EU, der USA und Japans bei der Welthandelsorganisation (WTO) gegen seine Exportbeschränkungen für Seltene Erden scharf kritisiert. Die Entscheidung könne die Handelsbeziehungen schädigen und “nach hinten losgehen“, kommentierte die Staatsagentur Xinhua. Die Klage sei “übereilt und ungerecht“. Der Kommentar verteidigte Chinas Exportquoten. Die WTO erlaube seinen Mitgliedern, notwendige Maßnahmen zu ergreifen, um seine Ressourcen und die Umwelt zu schützen.

Solche Ausfuhrbeschränkungen seien zulässig, wenn sie gleichzeitig mit einer Verringerung der heimischen Produktion und des Verbrauchs im Land einhergingen, schrieb Xinhua. Bei der Versorgung mit Seltenen Erden diskriminiere China ausländische Unternehmen nicht. “Angesichts derart unangemessener und ungerechter Vorwürfe wird China nicht zögern, seine legitimen Rechte in Handelsfragen zu verteidigen“, hieß es in dem Kommentar, der vor allem auf die USA abzielt, aber die EU und Japan auch erwähnt.

Stichwort: Seltene Erden

Dank ihrer besonderen chemischen Eigenschaften sind Seltene Erden von zunehmendem wirtschaftlichen Interesse. Die metallischen Grundstoffe sind für viele Schlüsseltechnologien unentbehrlich und kommen etwa bei der Produktion von Mobiltelefonen, Computer-Chips oder Flachbildschirmen zum Einsatz. Verwendung finden sie auch in Batterien, Hochleistungs-Magneten, Glasfaserkabeln, Katalysatoren oder Energiesparlampen. Es handelt sich um Elemente im Periodensystem wie Scandium, Yttrium, Indium, Thallium oder Lanthan.

Entdeckt wurden die Bodenschätze Ende des 18. Jahrhunderts in Schweden. Sie kamen in seltenen Mineralien vor und wurden als Oxide (Sauerstoffverbindung, früher auch “Erde“ genannt) isoliert. Daher stammt der Begriff. Die Grundstoffe selbst sind nicht selten, einige kommen sogar häufig vor. Die größten bekannten Vorkommen liegen in China. Zu den Förderländern gehören aber auch Russland, Kasachstan, Indien oder Brasilien. Ökonomisch nutzbare Vorräte werden unter anderem in Grönland und der Mongolei vermutet.

dpa

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