Tarifrunde öffentlicher Dienst: Erstes Lohnangebot?

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Die Verhandlungsrunde mit (v. l.) Finanz-Staatssekretär Werner Gatzer, Innenminister Thomas de Maiziere als Verhandlungsführer der öffentlichen Arbeitgeber, Thomas Böhle für die Kommunalen Arbeitgeber, Manfred Hoffmann für die Arbeitgeberverbände, Frank Stöhr vom Beamtenbund und Frank Bsirske von der Gewerkschaft ver.di. sitzt in Potsdam am Verhandlungstisch bei den Tarifgesprächen für den öffentlichen Dienst.

Frankfurt/Potsdam - In der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Bundesländer stellen die Arbeitgeber ein erstes Lohnangebot in Aussicht. Die Chancen auf eine Einigung stünden 50 zu 50.

Dies sei “sehr wahrscheinlich“, sagte der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), Hartmut Möllring, der “Frankfurter Rundschau“ (Mittwochausgabe). Die Chancen auf eine Einigung stünden 50 zu 50. ver.di-Chef Frank Bsirske pochte auf Lohnsteigerungen: Der Aufschwung müsse auch bei den Beschäftigten ankommen.

Die Tarifrunde wird nachmittags in Potsdam fortgesetzt. Die Gewerkschaften ver.di und dbb tarifunion verlangen für die rund 1,7 Millionen Beschäftigten eine Lohnerhöhung von 50 Euro plus drei Prozent, das sind im Schnitt rund fünf Prozent mehr Geld. Verhandelt wird für fast 1,1 Millionen Beamte und rund 585.000 Tarifbeschäftigte. Die Länder Hessen und Berlin bleiben außen vor, da sie nicht der Tarifgemeinschaft der Länder angehören.

Bisher Weigerung bei Inflationsausgleich

Möllring sagte, die Arbeitgeber wollten auch einen Vorschlag zur Eingruppierung von angestellten Lehrern machen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, dies tariflich zu regeln. Ein Teil der Lehrer soll höher eingestuft werden als bisher. GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad warnte unterdessen vor einem Scheitern der Verhandlungen. Dann “ist eine Urabstimmung über einen unbefristeten Streik nicht ausgeschlossen“, sagte sie.

Bsirske kritisierte im ZDF-“Morgenmagazin“, dass sich die Arbeitgeberseite bisher weigere, überhaupt nur einen Inflationsausgleich zu gewähren. Nach einem Jahrzehnt realer Lohnverluste in Deutschland müsse bei den Arbeitnehmern jedoch “endlich etwas rumkommen“. Die gegenwärtige Konsumschwäche dämpfe zudem die Konjunktur. Die Länder könnten Tarifsteigerungen auch bezahlen, denn allein in diesem Jahr seien Steuerzuwächse im zweistelligen Milliardenbereich zu erwarten.

dapd

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