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Steuererklärung: So verschenken Sie keinen Cent

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Ein Kugelschreiber liegt auf einer Einkommensteuererklärung (Archivbild).

München - Damit Ihnen die Steuererklärung in diesem Jahr etwas leichter fällt, verrät die tz in den kommenden Ausgaben die besten Steuertipps – in dieser Ausgabe geht es um das Grundwissen und Fragen zur Mobilität:

Derzeit flattern den Beschäftigten die Jahresabrechnungen in die Briefkästen. Eigentlich ein guter Zeitpunkt, um früh im Jahr eine lästige Notwendigkeit zu erledigen: die Steuererklärung. Sie verspricht zwar nicht unbedingt einen besonders lustigen Abend, aber dafür winkt eine satte Rückzahlung. Durchschnittlich 1000 Euro bekommen die Deutschen im Jahr vom Finanzamt zurückerstattet. 200 Millionen Euro behält der Fiskus jährlich zu viel an Steuern, weil viele Bürger ihre Steuererklärung zu spät oder gar nicht abgeben. Das muss nicht sein. Damit Ihnen die Steuererklärung in diesem Jahr etwas leichter fällt, verrät die tz in den kommenden Ausgaben die besten Steuertipps – in dieser Ausgabe geht es um das Grundwissen und Fragen zur Mobilität:

Formelles:

Fristen: Wer seine Steuererklärung abgeben will oder muss, sollte sich dringend an die geltenden Fristen halten. Bis zum 31. Mai 2013 muss die Steuererklärung im Briefkasten des Finanzamts liegen. Klappt’s bis dahin nicht, muss sich der Steuerzahler um eine Fristverlängerung bemühen – verpflichtet ist das Finanzamt dazu aber nicht. Wer einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein zurate zieht, hat regulär bis Ende des Jahres Zeit.

■ Grundfreibetrag: Der Grundfreibetrag stellt das Existenzminimum steuerlich frei. Für das Jahr 2012 liegt er bei 8004 Euro für Alleinstehende, für gemeinsam veranlagte Ehegatten bei 16 008 Euro. Im Jahr 2013 steigt der Grundfreibetrag übrigens auf 8130 Euro für Singles und 16 260 Euro für gemeinsam veranlagte Ehegatten.

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Arbeitnehmerpauschbetrag: Seit 2011 beträgt der Arbeitnehmerpauschbetrag 1000 Euro. So viel können Arbeitnehmer zusätzlich abziehen – ohne Belege vorlegen zu müssen. Das Problem: Sammeln müssen die meisten Steuerzahler ihre Belege trotzdem, denn wer weiß am Anfang des Jahres schon, ob er mit seinen Werbungskosten unter der 1000 -Euro- Grenze bleiben wird.

Sonderausgabenpauschbetrag: Ledige können 36 Euro, Verheiratete 72 Euro für Sonderausgaben geltend machen. Auch hier gilt: Wer einen höheren Betrag nachweisen kann, kann diesen auch geltend machen! Zu den Sonderausgaben gehört etwa die gezahlte Kirchensteuer. Achtung: Sonderausgaben müssen in dem Jahr abgezogen werden, in dem sie geleistet worden sind. Der Abzug von Sonderausgaben ist nur im Rahmen von Höchstbeträgen möglich. Deshalb: Im Zweifel Zahlungen erst ins nächste Jahr verschieben, um die steuerliche Abzugsfähigkeit zu optimieren. Besonders wichtig in Jahren mit Verlusten – denn die steuerliche Wirkung der Sonderausgaben verpufft, wenn auf Grund von Verlusten keine Steuern zu zahlen sind.

Steuerklassen: Durch die geschickte Wahl der Steuerklassen können Verheiratete ihr monatliches Nettogehalt erhöhen! Eine Steuerersparnis bietet die richtige Wahl der Steuerklasse zwar nicht, da das Finanzamt ohnehin prüft, welche Kombination die günstigste ist. Trotzdem bietet die richtige Steuerklassenwahl einen monatlichen Liquiditätsvorteil. Als Faustformel gilt: Ab einem Einkommensverhältnis von 60:40 ist die günstigste Kombination die von Steuerklasse III und V. Wenn beide Ehepartner gleich viel verdienen, sollten sie beide die Steuerklasse IV wählen. Wer’s ganz genau wissen will, kann im Internet nachrechnen – zum Beispiel unter dem Stichwort Steuerklassen- Rechner bei www.ofd.niedersachsen.de.

Faktorverfahren: Nachrechnen lohnt sich! Dieses Verfahren bietet die Möglichkeit, den Lohnsteuerabzug genau auf die individuellen Verhältnisse abzustimmen. Es soll die ungeliebte Steuerklasse V entschärfen, die oft als Beschäftigungshindernis für den geringer verdienenden Ehegatten gilt. Im Kern bekommen beide Ehegatten mit deutlich unterschiedlich hohem Einkommen auf Antrag Steuerklasse IV plus einen Faktor, der sich aus dem Verhältnis der Einkommensteuer für beide und der Einkommensteuer bei Steuerklasse IV errechnet. So werden die persönlichen Freibeträge bereits beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt. Der Faktor wird auf Antrag durch das Finanzamt ermittelt und auf der Lohnsteuerkarte eingetragen.

Rentner: Auch Rentner sind grundsätzlich steuerpflichtig. Ob sie eine Steuererklärung abgeben müssen, hängt aber von der Höhe ihrer Einkünfte ab. Dazu zählen nicht nur die eigentliche Rente, sondern auch steuerpflichtige Einkünfte aus Vermietung, Verpachtung oder auch Leistungen aus einer privaten Altersabsicherung. Übersteigt der Gesamtbetrag 8004 Euro imJahr, muss der Rentner eine Steuererklärung abgeben. Auf den Internetseiten der bayerischen Finanzämter finden Rentner einen Alterseinkünfterechner, der die voraussichtliche Höhe der Steuerbelastung errechnet.

Link zum Rechner

Auch für Rentner gelten Werbungskosten, und zwar von 102 Euro. Weitere Abzüge sind der Grundfreibetrag von 8004 Euro für Alleinstehende, der Sonderausgabenpauschbetrag von 36 Euro und der Versorgungsfreibetrag auf Betriebsrenten. Außerdem sind die Beiträge zur Krankenkasse und Pflegeversicherung abzugsfähig, ebenso wie die Kosten für Ärzte und Medikamente, die über der Belastungsgrenze liegen. Wer nach dem 64. Lebensjahr noch Arbeitslohn bezieht, kann den Altersentlastungsbetrag geltend machen.

Mobilität:

Pendlerpauschale: Die korrekte Bezeichnung lautet Entfernungspauschale. 30 Cent können Arbeitnehmer pro Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Arbeit als Werbungskosten geltend machen. Es gilt immer nur die einfache Strecke. Grundsätzlich unterstellt der Fiskus eine Fünf-Tage-Woche, dann gelten 230 Arbeitstage im Jahr als üblich. Bei einer Entfernung von nur 15 Kilometern zwischen Wohnung und Arbeitsstätte kann der Pendler bereits ganze 1035 Euro von der Steuer absetzen. Dieser Wert liegt bereits über dem Pauschbetrag!

Reisekosten: Kosten, die bei einer vorübergehenden beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit entstehen, kann der Arbeitgeber steuerfrei erstatten. Dazu gehören die Fahrtkosten, die Verpflegungsmehraufwendungen, die Kosten für Übernachtung und Reisenebenkosten. Für Reisen mit dem eigenen Pkw kann der Arbeitgeber 30 Cent pro Kilometer erstatten, für die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln gelten die nachgewiesenen Fahrtkosten.

Hier geht's zu Teil 2 der Serie

Von Marc Kniekamp

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