GroKo kassiert ab

So teuer wird 2014!

München - Gab es im Wahljahr 2013 noch einige Geschenke vom Staat für die Bürger, können die Deutschen im kommenden Jahr nicht auf einen allzu großen Geldsegen hoffen.

Zwar gibt es auch 2014 einige Entlastungen, allerdings bleiben die Sozialbeiträge hoch. Steuersenkungen dürfte es unter der Großen Koalition ohnehin kaum geben. Die niedrigen Zinsen werden zudem weiter an Ersparnissen zehren. Und dann ärgern sich vor allem Familien über die gebrochenen Wahlversprechen der Union, vor allem die angekündigte Erhöhung des Kindergelds um 35 Euro. Und: Die kalte Progression, die Lohnerhöhungen knapp über der Inflationsrate direkt wieder auffrisst, wollen Union und SPD auch nicht beseitigen – sie brauchen das Geld schließlich. Trotzdem können zumindest Münchner aufatmen: Ihnen bleiben viele Gebührenerhöhungen, die Bürger in finanzschwächeren Kommunen treffen, erspart. Die tz  erklärt, was sich 2014 im Geldbeutel der Deutschen ändert:

Inflation: Eine gute Nachricht zu Beginn: Die Teuerungsrate dürfte auch 2014 niedrig bleiben. Die Beschäftigten, deren Gewerkschaften üppige Lohnerhöhungen heraushandeln konnten, dürfen sich zunächst also über ein echtes Plus im Geldbeutel freuen! In der Vergangenheit hatte die Inflation die Lohnzuwächse mitunter aufgefressen.

Kommunale Gebühren: Gute Nachricht für alle Münchner: Die Abfallwirtschaftsbetriebe hatten die Müllgebühren Anfang 2013 um 17,3 Prozent gesenkt – bis 2015 sollen die Gebühren stabil bleiben. Eine 120-Liter-Tonne, die wöchentlich abgeholt wird, kostet derzeit 287,04 Euro pro Jahr. Die Gebühr für die 240-Liter-Tonne liegt bei wöchentlicher Abholung bei 482,04 Euro pro Jahr. Auch bei den städtischen Kindergartengebühren bleibt alles beim Alten. Ein Beispiel: Ein Platz für fünf Stunden kostet für eine Familie mit einem Jahreseinkommen von 42 000 Euro pro Monat 68 Euro. Und auch die Hundesteuer verharrt bei 100 Euro jährlich. Andere Kommunen in Deutschland versuchen durch eine Anhebung dieser Gebühren eine Schieflage im Haushalt zu beheben. „In vielen Kommunen schlagen auch höhere Friedhofsgebühren zu Buche“, sagt Mechthild Winkelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Grundfreibetrag: Arbeitnehmer werden geringfügig entlastet, weil der steuerliche Grundfreibetrag steigt. Er erhöht sich von 8130 Euro auf 8354 Euro. „Das ist keine staatliche Wohltat, sondern ein reiner Automatismus“, erläutert Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. „Die Vorgabe stammt vom Bundesverfassungsgericht, das ein steuerfreies Existenzminimum in angemessener Höhe verlangt.“ Der neue Wert liegt exakt zwei Euro über dieser Maßgabe. Maximale Ersparnis: 42 Euro. Das Problem kalte Progression will die Große Koalition weiterhin nicht angehen.

Beitragsbemessungsgrenze: Bei denjenigen, die mehr als 3937,50 Euro brutto im Monat verdienen, langt der Staat bei den Sozialabgaben kräftiger zu. Das liegt an steigenden Beitragsbemessungsgrenzen, die an höhere Einkommen angepasst werden. Bis zu diesen Grenzen müssen Beschäftigte und ihre Arbeitgeber Sozialbeiträge entrichten. Was darüber liegt, ist beitragsfrei. Bisher galt in der Kranken- und Pflegeversicherung für ganz Deutschland eine einheitliche Beitragsbemessungsgrenze von 3937,50 Euro. Diese steigt um 112,50 Euro auf 4050 Euro vom Monatsbrutto. Die Beitragsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung liegt ohnehin höher. Sie steigt im Westen um 150 auf 5950 Euro Bruttomonatseinkommen. In Ostdeutschland gibt es eine Erhöhung um 100 auf 5000 Euro. Der Renten-Beitragssatz beträgt bundesweit 18,9 Prozent, der zur Arbeitslosenversicherung drei Prozent vom Bruttoverdienst.

Private Krankenversicherung: Viele Privatversicherte müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Beiträge einstellen. Im Vergleich zu den Vorjahren fielen Beitragserhöhungen zum Jahreswechsel nach Angaben von Verbraucherberatern aber bis auf einige Ausreißer moderater aus. Das liege auch daran, dass viele Versicherer nicht mehr auf Billigtarife setzten, die dann teurer würden.

Rente: Das erste Gesetz der Großen Koalition kostet Bürger und Bund gleich 7,5 Milliarden Euro. Union und SPD haben die gesetzlich fällige Senkung des Rentenbeitrags kalt einkassiert, um damit die Mütterrente zu finanzieren (siehe Seite 2).

Hartz-IV: Mehr Geld bekommen Hartz-IV-Empfänger ab 1. Januar: Der Regelsatz steigt für Alleinstehende von 382 auf 391 Euro. Leben zwei Erwachsene in einer Bedarfsgemeinschaft, erhalten sie jeweils 353 Euro, acht Euro mehr als bisher. Für Kinder gibt es einen vom Alter abhängigen Zuschlag zwischen fünf und sieben Euro.

Grunderwerbssteuer: Wer in Berlin, Bremen, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein ein Haus, eine Wohnung oder ein Grundstück kauft, muss dem Fiskus dann deutlich mehr überweisen als zuvor. Schon 2012 und 2013 hatten acht Bundesländer die Steuer erhöht. Bundesweiter Spitzenreiter ist künftig Schleswig-Holstein mit einem Satz von 6,5 Prozent. Fällig wird die Steuer bei der Übertragung von Immobilien. Seit 2006 dürfen die Bundesländer die Höhe der Grunderwerbssteuer selbst festlegen. Bayern haben Glück: Nur im Freistaat und in Sachsen gilt heute noch der früher bundeseinheitliche Satz von 3,5 Prozent.

Strom: Die meisten Stromkundenkönnen 2014 erst einmal durchatmen – und das trotz der erneut kräftig erhöhten Ökostrom-Umlage. Wegen gesunkener Einkaufspreise an der Strombörse infolge des vielen Ökostroms verzichten einige Versorger auf Erhöhungen, einzelne senken sogar die Preise. Die Stadtwerke München hatten den Strompreis zuletzt zum 1. März 2013 um durchschnittlich 12,9 Prozent erhöht – jetzt soll alles beim Alten bleiben.

M. Kniepkamp

Rubriklistenbild: © dpa

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