Bucher und Öger haben Chancen

Hiobsbotschaft für Thomas Cook in Deutschland - jetzt droht das endgültige Aus

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Ende September: Neckermann-Mitarbeiterinnen stehen neben dem Büro von Condor und Thomas Cook im Flughafen von Palma de Mallorca.

Viele Urlauber werden die Pleite des Reise-Riesen Thomas Cook in böser Erinnerung behalten. Nun droht der deutschen Tochter des Konzerns das endgültige Aus.

Update vom 4. November 2019: Der Reiseveranstalter Thomas Cook in Deutschland wird wahrscheinlich abgewickelt. Bislang liege kein "belastbares Angebot" für die Thomas Cook Touristik GmbH vor, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter am Montag mit. Aus rechtlichen Gründen müsse er daher die Einstellung des Geschäftsbetriebs zum 1. Dezember vorbereiten. Eine "hohe Nachfrage" gebe es hingegen für Bucher Reisen und Öger Tours, erklärte die für diese Unternehmenstochter zuständige Insolvenzverwalterin.

Die Thomas Cook GmbH mit den Töchtern Thomas Cook Touristik GmbH und Bucher&Öger Tours GmbH war in den Strudel der Pleite des britischen Mutterkonzerns geraten und hatte am 25. September Insolvenz angemeldet. 140.000 Kunden befanden sich zu diesem Zeitpunkt im Urlaub. Noch geplante Reisen sagte Thomas Cook dann Anfang Oktober ab.

Die Verhandlungen über eine Fortführung von Bucher Reisen und Öger Tours hingegen seien "sehr weit fortgeschritten", erklärte die vorläufige Insolvenzverwalterin. Auch für die Thomas Cook-eigene Reisebürokette und das Franchise-Reisebüro-System liefen "finale Verhandlungen". Zur Gruppe gehören 79 Reisebüros und 48 Neckermann Urlaubswelt-Reisebüros. Sie sind auch weiterhin geöffnet und verkaufen Reisen von Drittanbietern.

In Zusammenhang mit der deutschen Thomas Cook droht vielen Urlaubern Finanzärger: Das Unternehmen ist 

mit 110 Millionen Euro versichert

. Die Ansprüche der Kunden belaufen sich Medienberichten zufolge allerdings auf rund 500 Millionen Euro (siehe unten).

Thomas-Cook-Debakel: Leidtragende sollen ab Dezember Geld bekommen - doch es wird nicht reichen

News vom 3. November 2019: Köln - Die von der Pleite des deutschen Reiseveranstalters Thomas Cook betroffenen Feriengäste sollen ab Dezember entschädigt werden. Wie viel Geld sie zurückbekommen, steht aber noch nicht fest. Grund sei, dass die Höhe der Gesamtschadenssumme noch unklar ist, wie ein Sprecher des Versicherers Zurich Deutschland am Sonntag sagte. Zuvor hatte die Bild am Sonntag darüber berichtet.

Klar ist bereits, dass die versicherte Summe den Bedarf bei weitem nicht abdecken wird, und dass Geschädigte nur einen Teil ihrer Auslagen zurückbekommen. Nach Angaben der Versicherung wurde bereits ein Schadensvolumen von 250 Millionen Euro gemeldet. Thomas Cook war aber nur bis zu einer Summe von 110 Millionen Euro versichert. 

Thomas Cook: Versicherung kann Erstattungen „noch nicht zuverlässig berechnen“

„Die Gesamtschadenssumme und somit die Schadensquote können noch nicht zuverlässig berechnet werden“, sagte Zurich Deutschland-Sprecher Bernd Engelien. Nach der Quote richtet sich die Erstattung für entgangene Ferien.

Als Rechenbeispiel: Wenn die Schadenssumme doppelt so hoch ist wie die versicherte Summe, werden die Ansprüche zur Hälfte gedeckt. Bei mehr als 250 Millionen Euro Schadensvolumen und 110 Millionen Euro versicherter Summe dürften die Geschädigten also weniger als die Hälfte ihrer Auslagen erstattet bekommen.

Thomas Cook: Pleite stellte viele Urlaube vor große Probleme

Die deutsche Thomas Cook, zu der etwa Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen gehören, war in den Sog der Pleite der britischen Mutter geraten. Sie hatte am 25. September Insolvenzantrag gestellt.

Täglich gingen nach Angaben der Versicherung 1000 Schadensmeldungen ein. Insgesamt waren es bis 1. November 150.000. Es ist aber noch nicht klar, wie viele Thomas-Cook-Gäste insgesamt betroffen sind. Zum Zeitpunkt der Insolvenz waren 140.000 Reisende unterwegs, die ihren Urlaub teils abbrechen mussten. Dazu kommen Gäste, die noch nicht in den Urlaub gestartet waren, ihre Reise aber schon an- oder voll gezahlt hatten. Die Gesamtzahl hängt davon ab, wie es am 1. Januar weitergeht. Bislang hat Thomas Cook nur sämtliche Reisen für dieses Jahr abgesagt.

Allerdings gab es auch Unternehmen, die sich über die Pleite des Reise-Riesen freuen konnten. Auch der deutsche Ferienflieger Condor geriet zwischenzeitlich in Nöte.

dpa/fn

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