Trotz Eurokrise: Vier gute Nachrichten zu Ostern!

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Das BMW-Werk in Dingolfing ist Vorbild bei der Schaffung altersgerechter Arbeitsplätze

München - Die Eurokrise überschattet derzeit alles. Doch wir legen Ihnen zu Ostern vier richtig gute Nachrichten ins Nest. Es geht unter anderem um Lehrverträge und Jobs für Ältere.

Das sind vier schöne Nachrichten zu Ostern, mit denen man angesichts der Eurokrise nicht unbedingt gerechnet hätte: Die Beschäftigung älterer Menschen in Deutschland erreicht nach neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg einen neuen Höchststand. Trotz der prophezeiten Konjunkturdelle erwarten Experten fünf Milliarden Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen. Wirtschaftsforscher prognostizieren für 2012 immerhin ein Prozent Wachstum und bereits für 2013 wieder einen kräftigen Aufschwung. Und auch die Zahl der Lehrverträge stieg 2011 erstmals seit 2007 wieder an.

Steuereinnahmen auf Rekordhöhe

Bund und Länder können sich 2012 und 2013 voraussichtlich über deutlich höhere Steuereinnahmen freuen, als erwartet: Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wird der Staat dieses Jahr 596,7 Milliarden Euro von Bürgern und Unternehmen einnehmen, meldet das Handelsblatt. 2013 lägen die Einnahmen mit 622,1 Milliarden Euro erstmals über der Marke von 600 Milliarden Euro. Verglichen mit der Steuerschätzung vom November seien das 2012 rund 4,7 Milliarden Euro und 2013 fast neun Milliarden Euro mehr, sagte DIW-Finanzexpertin Kristina van Deuverden. Dabei seien die Mindereinnahmen durch die geplanten Einkommensteuersenkungen bereits berücksichtigt.

Eine Milliarde - wieviel ist das?

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Mehr Jobs für Ältere

Immer mehr Arbeitnehnmer haben eine Chance auf einen Job im Alter. Nach den neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit nimmt die Zahl der Älteren, die bis zum Rentenalter arbeiten, kontinuierlich zu. Die Beschäftigungsquote der 60- bis 64-Jährigen kletterte im Dezember auf einen neuen Höchststand. Sie ist zwischen September 2007 und September 2011 von 18,2 Prozent auf 28,3 Prozent gestiegen. Auch die absolute Zahl der Beschäftigten dieser Altersgruppe stieg in diesem Zeitraum kontinuierlich: Mit 1,32 Millionen wurde der Stand von 2007 um etwa 70 Prozent, der des Vorjahres um 13,6 Prozent übertroffen.

Das Plus bei der Beschäftigung Älterer fiel laut Agentur mit 2,7 Prozentpunkten im Jahresvergleich deutlicher stärker aus als im Durchschnitt aller Altersgruppen mit 1,3 Prozentpunkten. Ende September 2011 waren 7,9 Millionen 50- bis unter 65-Jährige sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 459 000 oder 6,2 Prozent mehr als 2010. Gründe für diesen Anstieg sieht die Bundesagentur in der Zunahme rentennaher Jahrgänge und in der zunehmenden Erwerbsneigung von Frauen. Dabei spiele auch die erfolgte Anhebung des Renteneintrittsalters für Frauen von 60 auf 65 Jahre eine Rolle.

Die Wirtschaft steht nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) vor einem neuen Aufschwung. Nach einem Prozent Wachstum in diesem Jahr erwarten die Forscher, dass das Bruttoinlandsprodukt im nächsten Jahr kräftig um 2,4 Prozent zulegen wird.

Neuer Aufschwung

Ausschlaggebend sei dafür die Nachfrage im Inland, sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. „Wegen des guten Arbeitsmarkts werden die Löhne kräftig steigen und so den privaten Konsum deutlich antreiben.“ Trotz der Wachstumsdelle im Winter hätten die Unternehmen zuletzt neue Leute eingestellt, erklärte Fichtner. Die Stimmung in der Wirtschaft habe sich aufgehellt, weil die europäische Schuldenkrise zunächst eingedämmt sei. Steigende Löhne kämen nun auch in unteren Einkommensklassen an, die nun auch mehr ausgeben würden. „Reiche Menschen sparen mehr, ärmere konsumieren mehr.“

Dazu passt eine Meldung des Bundeswirtschaftsministeriums: Die Auftragseingänge in der Industrie legten im Februar im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent zu, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Im Januar waren die Bestellungen noch um 1,8 Prozent gesunken.

Mehr Lehrverträge

Erstmals seit 2007 haben in Deutschland wieder mehr Jugendliche einen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Die Zahl der Verträge stieg bundesweit im vergangenen Jahr vor allem wegen der doppelten Abiturjahrgänge in Bayern und Niedersachsen um 1,2 Prozent auf rund 565 900, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die meisten neuen Auszubildenden gab es in Industrie und Handel einschließlich Banken und Versicherungen. Im Handwerk , dem zweitgrößten Ausbildungsbereich, wurde dagegen ein Rückgang von 1,3 Prozent verzeichnet. Insgesamt befanden sich Ende Dezember 2011 rund 1,46 Millionen Jugendliche in einer Ausbildung.

KHD

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