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Türkische Lira fällt auf Rekordtief – Entwicklung wird zur Gefahr für deutsche Unternehmen 

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Von: Thomas Schmidtutz

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Die türkische Lira taumelt von einem Tief zum nächsten. Die Entwicklung trifft inzwischen auch deutsche Unternehmen.

Ankara – Die türkische Lira hat den nächsten Tiefschlag kassiert. Trotz der hohen Inflation hat die türkische Notenbank den Leitzins am Donnerstag von 15 auf 14 Prozent gesenkt. Es war die vierte Leizinssenkung in Folge.

Mit dem von vielen Ökonomen erwarteten Schritt verstärkte sich der Abwärtsdruck für die türkische Lira weiter. Am Donnerstag notierte die Landeswährung mit einem Kurs von 17 Lira je Euro und 15 Lira je US-Dollar auf historischen Tiefständen. Seit November hat die Lira gegenüber dem Euro und dem Dollar rund ein Viertel ihres Wertes eingebüßt, seit Jahresanfang liegt das Minus inzwischen bei rund 50 Prozent – mit weitreichenden Folgen.

Türkei: Lebensmittel immer teurer

So hat sich das Leben für die Türken in den vergangenen Monaten wegen der hohen Inflation von zuletzt rund 21 Prozent und der schwachen Währung erheblich verteuert. Vor allem bei Lebensmitteln müssen die Türken immer tiefer in die Tasche greifen. 

Die deutsche Wirtschaft sieht die Entwicklung inzwischen mit wachsender Sorge. Mit einem Handelsvolumen von gut 37 Milliarden Euro im vergangenen Jahr ist Deutschland der wichtigste Handelspartner am Bosporus.

Türkei: Lira-Verfall drückt belastet deutsche Exporte

Doch angesichts der Währungsentwicklung werden deutsche Ausfuhren in die Türkei immer teurer. Alleine im Oktober seien die deutsche Exporte in die Türkei um rund 30 Prozent eingebrochen, erklärte der Präsident des Außenhandelsverbands (BG), Dirk Jandura, gegenüber dem Handelsblatt. Nach einer Umfrage des DIHK sehen inzwischen rund 73 Prozent der deutschen Unternehmen den Wechselkurs als eines der größten Risiken bei Geschäften in der Türkei.

Neben der Währungsentwicklung könnte der Lira-Verfall deutsche Unternehmen jetzt auch noch über Bande treffen. Denn viele türkische Unternehmen sind im Ausland verschuldet. Mit dem Lira-Verfall rücken damit auch die fälligen Rückzahlungen in immer weitere Ferne. *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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