Lokführer wollen fünf Tage lang streiken

tz-Kommentar: GDL-Chef hat sich verrannt

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Claus Weselsky verrennt sich in Machtspielchen, findet tz-Redakteur Marc Kniepkamp.

München - Mit Vollgas aufs Abstellgleis befördert sich GDL-Chef Weselsky mit seinen bizarren Machtspielchen, findet tz-Redakteur Marc Kniepkamp. Zu spüren bekommen das ausgerechnet die Bahnkunden.

GDL-Chef Claus Weselsky hat sich verrannt! Zu spüren bekommen das ausgerechnet die Bahnkunden, die mit seinen bizarren Machtspielchen rein gar nichts zu tun haben. Hätte die GDL einen Grund zu streiken, dann wäre auch gegen einen fünftägigen Ausstand nichts zu sagen. Doch dem GDL-Chef geht es allerhöchstens am Rande um mehr Geld oder bessere Arbeitsbediungen für seine Lokführer. Im Zentrum steht für Weselsky vielmehr der Machtkampf mit der EVG. Es ist schlichtweg nicht nachvollziehbar, diesen auf dem Rücken der Bahnkunden auszutragen.

Doch Weselsky, der wie berauscht von der eigenen Macht wirkt, macht Ernst. Unbeirrbar setzt er seinen Kurs fort – und schadet so dem Ansehen nicht nur der eigenen Gewerkschaft. Die GDL rast mit Vollgas auf’s Abstellgleis der öffentlichen Meinung.

Für die Bahn werden die Streiks zum Riesenproblem. Sie ist ohnehin viel zu teuer, und jetzt werden immer mehr frustrierte Kunden in die Arme der Konkurrenz getrieben. Die Betreiber der Fernbuslinien werden sich in den kommenden Tagen besonders ins Zeug legen, um die Kunden der Bahn von ihrem Angebot zu überzeugen. Und die Fahrgäste der Privatbahnen werden täglich ein Stoßgebet gen Himmel schicken.

Marc Kniepkamp

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