Molkerei Weihenstephan: 89 Beschäftigte sollen entlassen werden

Freising - Die Joghurt-Produktion der Molkerei Weihenstephan wird ins schwäbische Aretsried verlagert. 89 Beschäftigte sollen entlassen,  aber auch neue Stellen geschaffen werden.

Nach Informationen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ist die Umstrukturierung in der zur Müller-Gruppe gehörenden Molkerei mit Stellenstreichungen verbunden. “Es würde bedeuten, dass von 240 Beschäftigten 89 entlassen werden“, sagte NGG-Sprecher Walter Linner am Freitag und bestätigte damit Medienberichte.

In Aretsried, dem Sitz der Unternehmensgruppe Theo Müller, entstünden bis Ende März 2012 gleichzeitig 15 neue Stellen, betonte Linner. Über diese Pläne habe das Unternehmen den Betriebsrat informiert. In den nächsten beiden Wochen solle nun über einen Interessensausgleich und Sozialplan verhandelt werden. “Die Positionen von Betriebsrat und Geschäftsleitung gehen himmelweit auseinander“, sagte der Gewerkschaftssprecher.

Die Müller-Gruppe äußerte sich am Freitag nicht zu konkreten Zahlen. “Nach dem Abschluss der technischen Restrukturierung müssen konsequenterweise auch in der Belegschaft Strukturanpassungen folgen“, teilte die größte Privatmolkerei Deutschlands lediglich mit. Davon betroffen seien Produktion, Verwaltung und Marketing. Die Motive für die Umstrukturierung liegen nach Ansicht von NGG-Sprecher Linner bei der Optimierung der Produktion. “Von einer Schieflage kann aber keine Rede sein“, betonte er.

Im Juni hatte der Düsseldorfer Unternehmer Heiner Kamps den Chefposten bei der bayerischen Unternehmensgruppe Theo Müller (Müller Milch, Weihenstephan) zusätzlich zu der Leitung von HK Food (Nordsee, Homann, Nadler) übernommen. Zusammen kamen die Unternehmen 2010 auf einen Jahresumsatz von rund 3,3 Milliarden Euro und beschäftigen gut 14 000 Menschen. Allein Müller erlöste zuletzt rund 2,2 Milliarden Euro.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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