Mieses Image

Umfrage: Manager sind überbezahlt und gierig

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Illustration zum Thema Manager.

Berlin - Manager haben in Deutschland ein ziemlich schlechtes Image. Die große Mehrheit der Bundesbürger hält die Bosse im Land für überbezahlt und für verantwortungslos.

In einer repräsentativen Emnid-Umfrage im Auftrag des Nachrichtensenders N24 antworteten 70 Prozent der Befragten, die Managergehälter seien „viel zu hoch“, weitere 21 Prozent fanden die Bezahlung „etwas zu hoch“. Gut zwei Drittel der Bundesbürger (67 Prozent) sprechen sich für eine gesetzliche Gehaltsobergrenze für Manager aus.

Die Firmenlenker haben kein gutes Image - vor allem, wenn sie für Großkonzerne arbeiten. So glauben die meisten Bundesbürger, dass Manager in Konzernen vor allem auf kurzfristige Gewinnmaximierung aus sind (92 Prozent), zu selten Verantwortung für Mitarbeiter übernehmen (90 Prozent) und ihre Angestellten kaum an den Konzerngewinnen beteiligen (75 Prozent).

So viel verdienen Merkel, Ackermann & Co. - Spitzengehälter in Politik und Wirtschaft

Gehaltserhöhung für Angela Merkel und ihre Minister: Das Bundeskabinett will seine Bezüge erhöhen - und erntet Kritik. Doch die Kanzlerin ist längst nicht die einzige, die in Deutschland gut verdient. Verantwortungsträger in der Wirtschaft bewegen sich in anderen Dimensionen. Die Spitzengehälter im Überblick: © dapd
Josef Ackermann, der Deutsche-Bank-Chef, schaffte es mit seinem Jahresgehalt sogar in die internationale Top 20 - gemessen am Vergleich der Dax-Unternehmen mit den größten europäischen und US-Aktiengesellschaften. Die Bezüge des Schweizers summierten sich nach Angaben der Frankfurter Unternehmensberatung Hostettler, Kramarsch & Partner 2011 auf rund 9,4 Millionen Euro. © dpa
Die parlamentarischen Staatssekretäre, wie hier Christoph Bergner, kommen derzeit auf knapp 10 000 Euro im Monat. Mit der Erhöhung kämen bis August 2013 rund 580 Euro oben drauf. © dpa
Frank Appel, der Vorstandschef der Deutschen Post DHL, kassierte 2011 rund 5,2 Millionen Euro. © dpa
Bundesminister wie Hans-Peter Friedrich und Kristina Schröder verdienen nach Angaben des Innenministeriums rund 13 000 Euro im Monat, nach der geplanten Gehaltsanhebung kämen 750 Euro (im Jahr: 9000 Euro) dazu. © dpa
Jürgen Großmann: Der RWE-Chef kam im vergangenen Jahr auf rund 6,4 Millionen Euro. © dpa
Kasper Rorsted: Bei Waschmittelkonzern Henkel verdiente der Vorstandschef 2011 rund 5,4 Millionen Euro. © dpa
Peter Löscher, der Siemens-Chef, strich im vergangenen Jahr rund 8,7 Millionen Euro ein. © dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel verdient im Monat 16 152 Euro, hinzu kommt eine sogenannte Dienstaufwandsentschädigung von 1022 Euro. Bis August 2013 sind schrittweise Erhöhungen geplant - das bedeutet ein monatliches Gehaltsplus von 930 Euro (im Jahr 11 160 Euro). © dpa
Norbert Reithofer, der Lenker des Autobauer BMW, kassierte 2011 rund 6,6 Millionen Euro - nicht wenig, aber nur knapp ein Drittel von den Bezügen von VW-Chef Winterkorn. © dpa
Martin Winterkorn ist der Spitzenverdiener unter den deutschen Managern. Der VW-Chef verdiente 2012 mehr als 14,5 Millionen Euro - und das, obwohl er freiwillig auf Gehalt verzichtet hat. © dpa
Wolfgang Reitzle, der Chef des Industriegase-Spezialisten und Anlagenbauers Linde, verdiente 2011 rund 6,7 Millionen Euro. © dpa
Dieter Zetsche, der Daimler-Vorstandschef, kam 2012 auf ein Jahresgehalt von mehr als 8,2 Millionen Euro. © dpa

Das Image von Managern in mittelständischen Familienunternehmen ist besser: Hier unterstellen nur 18 Prozent der Befragten kurzfristige Gewinnmaximierung als oberstes Ziel. Auch der Vorwurf, zu wenig Verantwortung für die Mitarbeiter zu übernehmen, wird seltener gemacht (20 Prozent). Und nur 34 Prozent der Befragten glauben, dass mittelständische Manager ihre Mitarbeiter unzureichend am Gewinn beteiligen.

dpa

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