Für wen wird's teurer?

Unisex: Die tz erklärt die neuen Tarife

München - Es klingt ein wenig anstößig: Ab dem 21. Dezember dürfen die Versicherer in Deutschland nur noch Unisex-Tarife anbieten. Was steckt dahinter? Die tz beantwortet alle wichtigen Fragen.

Die Versicherer dürfen dann bei der Beitragsberechnung nicht mehr zwischen Männlein und Weiblein unterscheiden. Für die Versicherungsbranche Grund genug, kräftig die Werbetrommel zu rühren und die Kunden zu einem schnellen Abschluss zu drängen. Die tz erklärt. was diese Umstellung für die Verbraucher bedeutet und ob sie ein Grund zur Eile beim Abschluss neuer Policen ist.

Welche Versicherungen sind überhaupt von der Umstellung betroffen?

Es geht fast nur um Personenversicherungen: die Lebensversicherung, egal ob in der Risiko- oder der Kapitalvariante, Berufsunfähigkeitspolicen, Unfall- und private Krankenversicherungen. „Der einzige Bereich, in dem Sachversicherungen betroffen sind, sind die Kfz-Versicherungen“, erklärt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten.

Was ist mit Riester-Policen?

Hier bleibt alles wie gehabt. Schon seit 2008 wird die staatlich geförderte Altersabsicherung für beide Geschlechter gleich berechnet.

Wie geht es mit bestehenden Versicherungen weiter?

Wer einen Vertrag hat, für den bleibt alles beim Alten. Wer im neuen Jahr entdeckt, dass er mit dem neuen Unisex-Tarif günstiger fahren würde, sollte dann über einen Wechsel in den günstigeren Tarif verhandeln.

Für wen wird’s teurer?

Das hängt von der Versicherung ab. Bei Rentenversicherungen etwa kamen Männer bisher günstiger weg als Frauen, weil sie statistisch gesehen kürzer lebten und die Versicherung ihnen deshalb weniger Rente auszahlen musste. Jetzt versichern die Männer das längere Leben der Frauen mit – die Beiträge für Männer steigen. Das gilt auch für Pflegezusatzversicherungen, Berufsunfähigkeitsverischerungen und private Krankenversicherungen. Für Frauen wird die Risikolebensversicherung teurer. Und die Kfz-Versicherung: Sie versichern das höhere Risiko junger Männer mit.

Sollte man jetzt schnell handeln?

Eher nicht. Wer sich versichern will, sollte einen kühlen Kopf behalten. Noch sind die meisten Unisex-Tarife nicht bekannt, die Versicherer warten damit bis zum letzten Tag. Wichtig ist vor allem zu wissen, welche Versicherung man überhaupt braucht, denn eine überflüssige Versicherung ist die teuerste. Nur wer wirklich sicher ist, sollte noch schnell zugreifen. Vor allem bei der Risikolebensversicherung für Frauen könnte sich das lohnen. Trotzdem: Wichtiger als der Vergleich zwischen Unisex und bisherigem Tarif bleibt der Vergleich zwischen den Tarifen der unterschiedlichen Versicherungen – hier ist die Spanne enorm groß.

Mk.

Rubriklistenbild: © Kai Remmers/dpa/tmn

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