Der Neue ist Arzt

US-Amerikaner ist neuer Chef der Weltbank

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Jim Yong Kim ist kein Finanzfachmann, sondern Arzt.

Washington - Wechsel an der Weltbank-Spitze: Der Amerikaner Jim Yong Kim tritt mit dem Monatswechsel als Präsident der internationalen Finanzeinrichtung an.

Rund zweieinhalb Monate nach seiner Wahl durch den Exekutivrat übernimmt er in Washington die Amtsgeschäfte von seinem Landsmann Robert Zoellick, der nach fünf Jahren bei der Organisation künftig für zwei US-Forschungsinstitute arbeiten wird. Zoellick hatte im Februar erklärt, nicht für eine weitere Amtszeit bei der Weltbank zur Verfügung zu stehen.

Der von US-Präsident Barack Obama für den Posten nominierte Kim gilt als unorthodoxe Wahl. Anders als viele seiner elf Vorgänger ist er kein Finanzfachmann, sondern ein Arzt. Der 52-Jährige kündigte an, aufbauend auf seinen Erfahrungen die Entwicklungshilfe-Einrichtung mehr auf Gesundheitsthemen auszurichten. Der gebürtige Südkoreaner ist Mitbegründer der humanitären Einrichtung “Partners in Health“, die sich seit einem Vierteljahrhundert für die weltweite medizinische Behandlung von Armen einsetzt. Zudem war er Direktor der Aids- und HIV-Abteilung bei der Weltgesundheitsorganisation WHO. Zuletzt leitete er die Elite-Universität Dartmouth im Staat New Hampshire.

Krisenhelfer IWF und Weltbank: Was machen die eigentlich?

Der IWF wurde 1944 zusammen mit der Weltbank in Bretton Woods ( USA) gegründet. Ziel war es, nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues Weltwirtschaftssystem mit stabilen Wechselkursen einzuführen. Die Zusammenarbeit in der Währungspolitik und im internationalen Zahlungsverkehr sollte gefördert werden. © dpa
Die Finanzhilfen des IWF sind meist an strenge Auflagen geknüpft - etwa an die Sanierung des Staatshaushalts. © dpa
Der Internationale Währungsfonds ( IWF) ist in der weltweiten Finanzkrise zu einem der wichtigsten Krisenhelfer aufgestiegen. © dpa
Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen greift ein, wenn Staaten Finanzschwierigkeiten haben oder ihnen der Bankrott droht. Der IWF hilft den Mitgliedsländern dann mit Krediten. © dpa
Chef des IWF ist in der Regel ein Europäer. Aktuell wird er von der früheren französischen Finanzministerin Christine Lagarde gelenkt, die nach dem Rücktritt des Franzosen Dominique Strauss-Kahn an die IWF-Spitze rückte. © ap
Der spätere Bundespräsident Horst Köhler war von 2000 bis 2004 IWF-Chef. Zunehmend drängen aber auch Schwellenländer darauf, den Topposten zu stellen. © dpa
Die Quote bestimmt auch das Mitspracherecht. Der Einfluss aufstrebender Schwellenländer - etwa Chinas oder Indiens - beim IWF wurde zuletzt mit einer Stimmrechts- und Quotenreform erhöht. © dpa
Die Kapitaleinlagen (Quoten) der mittlerweile 187 Mitgliedsländer richten sich unter anderem nach der Stärke ihrer Volkswirtschaft. © dpa
Gerade in der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise spielt der IWF eine wichtige Rolle. Zusammen mit den Europäern schnürte der Währungsfonds Milliarden-Rettungspakete für die Schuldensünder Griechenland, Irland und Portugal. © dpa
Die Weltbank steht nicht ganz so stark im Licht der Öffentlichkeit wie der IWF. Ursprünglich war ihr Ziel, nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau zu fördern und in Zusammenarbeit mit dem IWF stabile Währungen zu schaffen. © ap
Seit den 1960er Jahren liegt ihre Hauptaufgabe in der Entwicklungshilfe. Schwerpunkte sind die Förderung von Infrastruktur, Privatwirtschaft und Umweltprojekten sowie der Kampf gegen Armut und Krankheiten. © dpa
Im Gegenzug zur europäischen Besetzung der IWF-Spitze wird die Weltbank traditionell von einem Amerikaner geleitet, ab 1. Juli 2012 führt Jim Yong Kim die internationale Finanzeinrichtung. © dpa

Die Weltbank wird seit ihrer Gründung traditionell von einem Amerikaner geführt, während der Internationale Währungsfonds (IWF) als Schwesterorganisation stets eine europäische Spitze bekommt. Erstmals waren im diesjährigen Auswahlprozess auch Gegenkandidaten zugelassen, am Ende setzte sich aber der US-Bewerber durch. Die Hauptaufgabe der UN-Sondereinrichtung mit 188 Mitgliedsländern und 9000 Mitarbeitern weltweit liegt seit den 1960er Jahren in der Entwicklungshilfe. Ihre vergebenen Kredite und Bürgschaften belaufen sich auf mehr als 50 Milliarden Dollar (39,7 Mrd Euro).

dpa

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