Verbraucherschützer: "Viele Skandale sind nur Panikmache"

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Der Lebensmittelchemiker Jürgen Glatz prüft Fettpartikel von einem Stück Rindfleisch

Berlin - Für eine bessere Aufklärung über Lebensmittel hat sich der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, ausgesprochen. Qualitätsmängel gebe es nur in Einzelfällen.

“Verbraucher nehmen manchmal kleine Gefahren sehr ernst, während sie große gar nicht erkennen“, sagte er der “Süddeutschen Zeitung“ (Samstagausgabe). Natürlich gebe es im Einzelfall Probleme, aber alles in allem gebe es in Deutschland ein hohes Maß an Qualität und Sicherheit. “Viele Skandale waren keine Skandale, sondern Ausdruck von Hysterie und Panikmache“, sagte er.

Auch bei den Pestiziden hält Billen die Sorgen der Verbraucher für übertrieben. Natürlich sei es nicht gut, dass überhaupt belastetes Obst oder Gemüse auf den Markt komme, sagte er und fügte hinzu: “Aber es ist ja nicht so, dass wir Hunderte Pestizidtote zu beklagen hätten.“

Die Lebensmittelüberwachung funktioniere in dem Bereich recht gut, der Großteil der Ware sei nicht zu beanstanden. “Während zum Teil geringste Pestizidrückstände eine breite öffentliche Debatte auslösen, wird das Risiko durch bakteriell belastete Lebensmittel kaum wahrgenommen“, sagte er weiter. So wurden allein in Deutschland im Jahr 2008 knapp 43.000 Salmonellenerkrankungen gemeldet. Noch häufiger sind Darmerkrankungen infolge von Campylobacter-Infektionen. Diese Bakterien, sind verbreitet an Hähnchenfleisch anzutreffen, wie die Zeitung schreibt.

AP

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