Verbraucherschützer warnen

So unfair werden Sie mit "Fair"-Siegeln getäuscht

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Vielen Verbrauchern ist es wichtig, mit gutem Gewissen, ökologisch und sozial korrekt einzukaufen. Doch die "Fair"-Siegel verwirren sie.

Hamburg - Diese Meldung macht Verbraucher wütend: In einem Test der Verbraucherzentrale Hamburg ist die Hälfte der "fairen" Produkte durchgefallen. Der Grund: Kundentäuschung.

Vielen Verbrauchern ist es wichtig, mit gutem Gewissen, ökologisch und sozial korrekt zu shoppen. Sie achten etwa bei Kleidung darauf, dass diese fair produziert wurde. Auch bei Lebensmitteln greifen sie lieber zu Kaffee, Schokolade und Bananen, die als "fair gehandelt" etikettiert sind. Doch die Verbraucherzentrale Hamburg hat in einem Test jetzt mehrere angeblich "faire" Produkte durchfallen lassen.

Die Verbraucherschützer haben nach eigenen Angaben 32 Lebensmittel aus Supermärkten, Drogerien und Eine-Welt-Läden geprüft und bei der Hälfte etwas beanstandet.

Verbraucherzentrale: Siegel-Wirrwarr erschwert Einkauf

Auf diesen 32 Produkten waren etliche verschiedene Siegel gedruckt, auf manchen Verpackungen verwirrender Weise sogar mehrere. "Ein einheitliches, staatlich kontrolliertes Zeichen wie das Umweltzeichen 'Blauer Engel' mit nachprüfbaren Standards würde für mehr Transparenz beim Einkauf sorgen", teilte die Verbraucherzentrale mit.

Neben dem Siegel-Wirrwarr wirft die Verbraucherzentrale den Unternehmen vor, bei dem Anteil tatsächlich fair gehandelter Zutaten in Lebensmittelprodukten zu schummeln.

Orangensaft "100 Prozent Orange Fair" ist nicht 100 Prozent fair

Als Beispiel nennen die Verbraucherschützer einen Organgensaft-Hersteller, der auf dem Karton mit "100 Prozent Orange Fair" wirbt. Das sei ein Etikettenschwindel. Denn der Produzent verheimliche, dass der faire Orangensaft im Erzeugerland mit konventionell erzeugtem Saft vermengt würde. Zwar sei ein so genannter Mengenausgleich nicht verboten, doch sollte er für Käufer auf Verpackungen transparent gemacht werden, so die Hamburger Verbraucherschützer. Dieser Hinweis auf den wirklichen prozentualen Anteil fairer Ware fehlt auf der beschriebenen Orangensaft-Tüte.

sah

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