Schlecker-Sanierung: ver.di gibt nach

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Der ver.di-Vorschlag würde ein Einsparpotenzial von 98 Millionen Euro bei Schlecker bedeuten.

Ehingen - Die Gewerkschaft ver.di ist grundsätzlich zu Gesprächen über einen Beitrag der Beschäftigten zur Sanierung der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker bereit.

Die beiden Parteien könnten sich verständigen, die Zahlung des Urlaubsgeldes sowie eine Lohnerhöhung um zwei Prozent, die ab Juni fällig wäre, zunächst zu verschieben, sagte der ver.di-Verhandlungsführer Bernhard Franke am Dienstag. Damit bestätigte er einen Bericht der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Das nächste Gespäch mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz ist für Mittwoch (9. Mai) anberaumt.

Laut Zeitung sieht ein Konzept von McKinsey für den Insolvenzverwalter vor, durch die Kürzung von Personalkosten innerhalb von drei Jahren 141 Millionen Euro zu sparen. Der ver.di-Vorschlag würde dem Bericht zufolge ein Einsparpotenzial von 98 Millionen Euro bedeuten.

Allerdings übte Franke auch Kritik an Insolvenzverwalter Geiwitz. “Wir gehen davon aus, dass das Sanierungskonzept überarbeitet werden muss“, sagte er. Entweder Geiwitz oder ein Investor müsse ein beständiges Fortführungskonzept erarbeiten, auf dessen Basis sich besser planen ließe, fordert er. “Es kann nicht sein, dass wir unter großen Schmerzen einen Verzicht der Belegschaft organisieren, während andere die Bemühungen wieder zunichtemachen könnten“, sagte er. Gemeint sind beispielsweise Lieferanten, die aus Angst vor Zahlungsausfällen keine Waren mehr zustellen könnten.

ver.di fordert Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen

Zudem habe sich Geiwitz noch nicht dazu bereit erklären können oder wollen, der Gewerkschaft beim Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen entgegenzukommen. Das fordert ver.di als Ausgleich für das Vorhaben von Geiwitz, die Gehälter der verbliebenen Schlecker-Mitarbeiter spürbar zu drücken. Er fordert von den noch 13.500 Angestellten, bis Ende 2014 auf 15 Prozent ihres Gehalts zu verzichten.

Geiwitz ist derzeit auf der Suche nach Investoren, hat allerdings schon signalisiert, dass der ursprünglich anvisierte Termin zu Pfingsten wohl nicht mehr gehalten werden kann. Der Investorensuche stehen die zähen Verhandlungen mit ver.di gegenüber, aber auch Kündigungsschutzklagen von entlassenen Mitarbeitern. Laut Geiwitz haben inzwischen vier Investoren jeweils ein unverbindliches Angebot für das Unternehmen abgegeben.

Aktuell haben 3.850 Mitarbeiter Kündigungsschutzklagen eingereicht. Die Zahl könnte noch steigen durch die Führungskräfte, die ihre Kündigung später erhalten haben. 180 Führungskräften war gekündigt worden. Geiwitz hatte in Interviews gesagt, sollten sie alle wieder eingestellt werden müssen, könnte dies Zusatzkosten von bis zu 100 Millionen Euro verursachen - was das Unternehmen unattraktiv für jeden Investor machen würde.

dapd

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