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Vermögensrekord: Pro Kopf im Durchschnitt 60.000 Euro

Berlin - Das Geldvermögen deutscher Haushalte erreicht neue Höchststände. Sparwille und Börsenzuwächse sorgen für mehr Reichtum. Jeder Bundesbürger ist mit durchschnittlich 59.900 Euro ins neue Jahr gestartet.

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Nachdem die deutschen privaten Haushalte schon im Vorjahr die Vermögensverluste aus dem Krisenjahr 2008 mehr als ausgleichen konnten, setzte sich der Vermögensaufbau im Jahr 2010 fort. Nach Schätzungen von Allianz Global Investors legte das Bruttogeldvermögen im abgelaufenen Jahr um knapp 220 Milliarden Euro zu und erreichte gegen Jahresende einen neuen Höchststand von 4,88 Billionen Euro. Ende 2009 hatte das Geldvermögen der Deutschen noch 4,67 Billionen Euro betragen.

Im Rückblick betrachtet verlief das Anlagejahr 2010 ähnlich dem Vorjahr. Auch 2010 führten die hohe Sparquote der Deutschen sowie ein per Saldo sehr gutes Börsenjahr zu einem Vermögensplus von 4,7 Prozent. Im Durchschnitt verfügt damit jeder Bundesbürger über 59.900 Euro! Im Vergleich dazu: Ende 2009 waren es noch 57.000 Euro.

Sparwillen ungebrochen hoch

Interessant ist die Ursache des Vermögenszuwachses. Die Gewinne entstehen in erster Linie nicht – wie häufig vermutet - durch Kapitalerträge wie Zinsen und Dividenden und durch Kurszuwächse, sondern vielmehr durch den enormen Sparwillen der Deutschen. „Etwa zwei Drittel des Geldzuwachses sind in Form neuer Anlagemittel zugeflossen“, berichtet Renate Finke, Senior Economist bei Allianz Global Investors.

Die Autorin der Studie „Aktuelles Geldvermögen in Deutschland“ errechnete, dass 2010 etwa 150 Milliarden Euro gespart worden sind, während nur etwa 70 Milliarden Euro des Vermögenszuwachses auf Bewertungsgewinne zurückzuführen seien. Das höhere Sparvolumen im Jahr 2010 resultierte einerseits aus einer leicht höheren Sparquote (11,3 Prozent 2010 gegenüber 11,1 Prozent 2009) sowie dem Anstieg der verfügbaren Einkommen um etwa 2,6 Prozent und dem Beschäftigungszuwachs.

Anleger agieren mit Umsicht

Auch wenn die konjunkturelle Erholung und die gestiegenen Einkommen die Bundesbürger im abgelaufenen Jahr zunehmend optimistisch stimmten, blieben ihre Anlageentscheidungen von Vorsicht geprägt. So schichteten sie ihr Geld auch 2010 vorrangig auf kurzfristig verfügbare Konten um. Entsprechend war bei dieser Anlageform ein nochmaliger Anstieg von rund zehn Prozent zu verzeichnen.

Finke: „Mit einem Bestand von rund 750 Millionen Euro übertreffen die täglich verfügbaren Geld mittlerweile den Bestand an Spareinlagen von gut 600 Milliarden Euro.“ Einbußen mussten hingegen Festgelder und Sparbriefe im Portfolio privater Haushalte hinnehmen. „Rund 30 Milliarden Euro wurden 2010 aus diesen Anlagen abgezogen“, berichtet die Vermögensexpertin.

Börsengewinne pushen Privatvermögen

An den Bewertungsgewinnen hatten Aktien einen großen Anteil. So legten die Aktien des deutschen Leitindex Dax in 2010 um knapp 17 Prozent zu, der „kleinere Bruder“, der MDax, verzeichnete ein Plus von rund 35 Prozent. Noch besser lief es im Spezialindex SDax, der 46 Prozent Wertzuwachs erreichte. Damit performten die deutschen Small- und Mid Caps besser als Gold.

Auch internationale Aktien profitierten von guter Börsenstimmung. So verzeichnete der US-amerikanische Leitindex Dow Jones rund neun Prozent Kursplus, die Technikbörse Nasdaq 100 erzielte einen Indexzuwachs von knapp 18 Prozent und der indische Sensex schaffte 15 Prozent. Weniger gut lief es hingegen für Aktien der erfolgsverwöhnten Brasilianer und Chinesen: Der Hang Seng Index verzeichnete auf Jahressicht keine fünf Prozent Kursplus, der brasilianische Bovesta musste sich gar mit einer Nullrunde zufriedengeben.

Präferenz für Fonds

Die Wertzuwächse an den Börsen führten zwar wieder zu einem höheren Aktienvermögen der Privatanleger, dennoch schauen viele Haushalte bei ihrer Suchen nach Rendite noch nicht unvoreingenommen auf den Aktienmarkt. Die Präferenz geht eher in Richtung Fonds. Wie der Fondsbranchenverband BVI berichtet, summiert sich der Nettomittelzufluss der Fondsbranche für die ersten elf Monate des Jahres 2010 auf insgesamt 80,9 Milliarden Euro und liegt damit deutlich höher als der Schnitt der Kalenderjahre 2000 bis 2009 mit 63,3 Milliarden Euro.

Verkaufslieblinge sind nach Angaben des BVI Mischfonds. Auf Sicht der ersten elf Monate 2010 liegen sie mit einem Geldzufluss von 14,1 Milliarden Euro an der Spitze der am meisten verkauften Fonds, gefolgt von Rentenfonds mit 11,5 Milliarden Euro und Aktienfonds mit 8,8 Milliarden Euro. Die Tendenz zu risikoärmeren Mischfonds bestätigt auch James Dilworth von Allianz Global Investors: „Der Trend geht von Kaufen und Halten hin zu vermögensverwaltenden Fonds mit aktivem Risikomanagement.“

Max Geißler

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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