Volksbanken werden Postdienstleister

Frankfurt/Main - Die Volks- und Raiffeisenbanken wollen nach ersten Test nun bundesweit Briefe und Pakete in ihren Fillialen annehmen und so vor allem auf dem Land Kunden gewinnen.

Zehn Häuser hätten bereits angekündigt, das Postmodell umzusetzen, teilte der für 13 Bundesländer zuständige Genossenschaftsverband am Montag in Frankfurt mit. Grundsätzliches Interesse signalisierten - auch über die Verbandsgrenzen hinweg - demnach 240 Institute.

“Wir wollen vor allem an Orten, wo die gelbe Post nicht mehr vorhanden ist, da sein“, erläuterte Verbandspräsident Michael Bockelmann. Das Verteilen der Post werde ein Dienstleister übernehmen, das könne beispielsweise die Deutsche Post sein. Die Deutsche Post AG hatte angekündigt, sämtliche noch mit eigenem Personal betriebene Filialen bis Ende 2011 zu schließen.

Die Voraussetzungen für Postdienste in Bankfilialen sind nach Angaben des Verbandes mit der Gründung der GenoPost eG Ende 2009 geschaffen worden. Getestet wurde das Modell von der Volksbank Hannover sowie der Volksbank Raiffeisenbank Meißen Großenhain.

Mitmachen wollen künftig auch drei Institute in Rheinland-Pfalz, je zwei in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sowie eines in Thüringen. Um welche Banken es sich handelt, wollte der Verband nicht mitteilen.

“Wir wollen mehr Kunden in die Filialen reinbekommen“, sagte Bockelmann. Denkbar sei, weitere Dienstleistungen anzubieten wie Kopiermöglichkeiten und das Aufladen von Handyguthaben. Im vergangenen Jahr legten die 324 (Vorjahr: 338) Volks- und Raiffeisenbanken im Verbandsgebiet zu: Die Kundengelder erhöhten sich zum Vorjahr um 2,7 Prozent auf 131,3 Milliarden Euro.

Bei den Krediten gab es einen Zuwachs von 3,3 Prozent auf 98,2 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Bilanzsumme der Institute erhöhte sich - auch bedingt durch 14 Fusionen - auf 535 (500) Millionen Euro. Der Verband wehrte sich gegen weitere staatliche Eingriffe in die Beratung von Anlegern. “Besser wäre es, wenn sich Anlageberater weniger mit Vorschriften und mehr mit Kunden beschäftigen könnten“, sagte Bockelmann.

Seit Jahresbeginn müssen Banken Protokolle über alle Anlageberatungen erstellen. Der Genossenschaftsverband mit seinen mehr als 1800 Mitgliedsgenossenschaften betreut Unternehmen aus Kreditwirtschaft, Landwirtschaft, Handel und Gewerbe in allen Bundesländern mit Ausnahme von Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Aldi Süd hat Swimming-Pool im Angebot - doch er hat einen großen Nachteil
Aldi Süd hat Swimming-Pool im Angebot - doch er hat einen großen Nachteil
Rewes WM-Tweet geht voll nach hinten los - Supermarkt-Kette löscht ihn zerknirscht wieder
Rewes WM-Tweet geht voll nach hinten los - Supermarkt-Kette löscht ihn zerknirscht wieder
Lidl postet scheinbar harmlosen Witz  - und verprellt damit zahlreiche Kunden
Lidl postet scheinbar harmlosen Witz  - und verprellt damit zahlreiche Kunden

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.