VW-Affäre: Volkert stützt Aussage seiner Ex-Geliebten

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Der ehemalige Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Volkswagen AG, Klaus Volkert

Wolfsburg - Der frühere VW-Betriebsratschef Klaus Volkert hat die Aussage seiner in Wolfsburg vor Gericht stehenden Ex-Geliebten weitgehend bestätigt.

Die Brasilianerin Adriana Barros muss sich wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Untreue vor dem Amtsgericht Wolfsburg verantworten, weil sie zusammen mit dem verurteilten Volkert den VW-Konzern geschädigt haben soll.

Volkert erklärte am Dienstag als Zeuge, umstrittene Agenturverträge seien seine Idee gewesen, und er habe “einen Beutel voll“ Filme von Barros als Arbeitsleistung erhalten.

Zur Frage von Privatreisen von Barros auf VW-Kosten sagte Volkert, “sie als meine Freundin“ könnte der Ansicht gewesen sein, er habe die Trips privat bezahlt: “Ich halte das für möglich.“

Volkert und Barros waren von 1998 bis 2005 ein Liebespaar, er hatte sie in einen Club kennengelernt. Als Betriebsratsvorsitzender setzte er beim VW-Vorstand hoch bezahlte Film-Projekte für seine Freundin, die Fernsehjournalistin, durch. Vor Gericht sahen sich die beiden zum ersten Mal, seit die VW-Affäre um Spesenbetrug und Sexreisen 2005 aufflog. Volkert hatte damals die Affäre per Email beendet. Volkert nickte Barros im Gerichtssaal nur zur Begrüßung und zum Abschied zu und blickte sie ansonsten nicht an. Barros hörte sich seinen Aussage ungerührt an.

Erstes Treffen seit 2005

Barros hat nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft in 26 Fällen mit Scheinrechnungen und der Abrechnung von privaten Reisekosten dabei geholfen, den größten Autohersteller Europas um rund 350.000 Euro zu schädigen. Laut Staatsanwaltschaft betrug der Schaden für VW 253.000 Euro wegen der Scheinverträge und 104.000 Euro für die Privatreisen rund um die Welt. Das Gericht hatte per Strafbefehl eine Bewährungsstrafe von einem Jahr gegen die Frau verhängt, dem sie widersprach.

Die 47-Jährige weist die Vorwürfe zurück. Sie sagt, Volkert habe sie zu den Reisen eingeladen. Für die erhaltenen Honorare habe sie an VW Filme geliefert.

Der Skandal hatte den Konzern 2005 erschüttert. Volkert musste als einziger der Täter in Haft, ist aber inzwischen wieder frei. Der 69-Jährige war wegen Beihilfe und Anstiftung zur Untreue zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden uns saß davon 22 Monat ab.

Vor Volkert sagte am Dienstag ein VW-Rechnungsprüfer als Zeuge aus. Er nannte die Zahlungen von VW an die Angeklagte unüblich. Es habe keinen Vertrag darüber gegeben, sagte er.

dapd

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