E-Mobilität

Polizei setzt auf ID.3 von VW - Netz lästert: „Hallo Zentrale, Verfolgung abgebrochen, Akku leer“

VW-ID3-Modelle gehen künftig für die Polizei Niedersachsen auf Verbrecherjagd
+
VW-ID3-Modelle gehen künftig für die Polizei Niedersachsen auf Verbrecherjagd

Die Polizei Niedersachsen setzt künftig auf Elektroautos vom Typ VW ID.3. Im Netz überschlagen sich die Reaktionen: Haben Verbrecher nun leichtes Spiel?

Hannover - Mehr als jede andere Landespolizei setzt künftig die von Niedersachsen auf Elektro-Polizeiautos. Das Bundesland erweitert seinen Fuhrpark ab August sukzessive mit 215 Stromern vom Typ VW ID.3. Die ersten stromernden Einsatzfahrzeuge wurden bereits öffentlichkeitswirksam bei einem Pressetermin in der Polizeidirektion Niedersachsen in der Landeshauptstadt Hannover präsentiert.

Künftig soll das kompakte E-Auto von VW* an verschiedenen Standorten dabei helfen, für Recht und Ordnung zu sorgen. Der Neuzugang kommt sowohl als Streifenwagen wie auch als Zivilfahrzeug zum Einsatz, auch der Kriminalpolizei steht der ID.3 bald zu Diensten.

VW ID.3: Polizeiauto als Lachnummer

In sozialen Netzwerken sorgt der Deal zwischen dem zuständigen Ministerium des Landes Niedersachsen und Europas größtem Autokonzern für gespaltene Reaktionen. Viele User reagieren mit Spott und orakeln, dass die Polizei angesichts der vermeintlich beschränkten Reichweite* künftig große Probleme haben könnte: „Hallo Zentrale, Verfolgung abgebrochen, Akku ist leer“, schreibt ein belustigter Facebook-User. „Wir brauchen dringend ein geladenes Verfolgerauto, unseres ist nach längerem Fahren unter Höchstgeschwindigkeit in 3 Minuten leer!“, ulkt ein anderer.

In der Tat haben Elektroautos mit steigender Geschwindigkeit zunehmend Probleme im Hinblick auf die Reichweite. Was die Beschleunigung betrifft, sind batteriebetriebene Fahrzeuge hingegen zumeist im Vorteil. „Für VW werbewirksam, für die Polizei zum Frühstück holen oder für andere Postfahrten in der City ganz brauchbar“, analysiert ein weiterer Nutzer und hat mit seiner Feststellung bezüglich Werbung sicher nicht Unrecht.

Dazu kommt, dass das Land Niedersachsen selbst an Volkswagen* beteiligt ist und damit Geld in den mit Abstand größten Arbeitgeber des Landes investiert. Manche Follower äußern zudem den Verdacht, dass mit dem steuerfinanzierten Deal auch die Zulassungszahlen für VW-Elektroautos in die Höhe getrieben werden sollen.

Polizei Niedersachsen geht auf Nummer sicher

Wer aber glaubt, der Polizei in Niedersachsen künftig leichter entfliehen zu können als in anderen Bundesländern, irrt sich: Der Deal zwischen Volkswagen und dem zuständigen Landesministerium beinhaltet ein zweites VW-Modell*. Neben den über 200 E-Autos vom Typ VW ID.3 werden die Polizeidirektionen des Bundeslandes auch mit weiteren 175 VW Passat GTE ausgestattet. So dürften Auto-Verfolgungsjagden vermutlich eher mit der Hybrid-Mittelklasse durchgeführt werden - und diese Gattung verfügt auch bei hohen Geschwindigkeiten über eine enorme Reichweite.

Nach einem Rekord-Halbjahr befindet sich VW derweil auf einem Höhenflug. Der Absatz auf dem weltgrößten Automarkt bereitet jedoch Sorgen. Ist der Konzern nicht zukunftsfähig*? (PF) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare