In Chattanooga

USA: VW-Mitarbeiter stimmen gegen Betriebsrat

Chattanooga - Im US-Werk des VW-Konzerns wird es keinen Betriebsrat geben. In einer Abstimmung votierte die Belegschaft gegen die Gründung nach deutschem Vorbild, wie das Unternehmen bekanntgab.

Der Standort in Chattanooga (Bundesstaat Tennessee) verfügt damit weiter als einziges großes VW-Werk weltweit über kein Gremium zur betrieblichen Mitbestimmung. Für die US-Autoindustrie UAW wäre das Modell eine Premiere gewesen, die Abstimmungsniederlage ist für die Gewerkschaft deshalb besonders schmerzhaft.

Insgesamt gaben bei der geheimen Abstimmung den Angaben zufolge 1338 Mitarbeiter ihre Stimme ab, das war eine Beteiligung von 89 Prozent. Gegen den Betriebsrat nach deutschem Vorbild votierten 712 Beschäftigte, dafür stimmten 626.

Hätten die VW-Arbeiter für das Mitbestimmungsmodell votiert, hätte dies wahrscheinlich eine Signalwirkung gehabt. Die UAW spielt derzeit nämlich nur in den traditionellen Hochburgen der US-Autoindustrie im Norden und Mittleren Westen eine Rolle. Tennessee hat dagegen wie andere konservative Bundesstaaten im Süden der USA die Macht von Gewerkschaften per Gesetz ausgehebelt. Ein Erfolg im VW-Werk in Chattanooga wäre für die UAW also ein Meilenstein gewesen.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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