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VW dringt bei Ampel-Koalition auf zentrale Änderungen - Drei Wünsche dürften viele Autofahrer vergrätzen

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Von: Patricia Huber

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VW-Zentrale in Wolfsburg: Der Autobauer hat wegen eines Aprilscherzes heftigen Ärger.
VW-Zentrale in Wolfsburg: Der Autobauer hat zentrale Forderungen an die künftige Bundesregierung formuliert. © Ole Spata/dpa

Volkswagen hat seine Wünsche an die künftige Bundesregierung formuliert. Vor allem die Vorschläge für Diesel-Fahrzeuge, Dienstwagen und E-Autos dürften bei vielen Autofahrern für Unruhe sorgen.

Wolfsburg - In einem Papier an die zukünftige Bundesregierung hat der Autobauer Volkswagen* Empfehlungen für die anstehende Regierungszeit formuliert. Unter dem Titel „Transformation beschleunigen – Klimaziele erreichen, Handlungsfelder für die 20. Legislaturperiode“ gibt der Konzern Ratschläge zum Tempolimit, zur Besteuerung von Verbrenner-Dienstwagen und zur Subventionierung von E-Autos. Das berichtet die Wirtschaftswoche

VW: Kein Privileg mehr für Diesel-Fahrer

Danach soll das „Diesel-Privileg in der Mineralölsteuer“ bis zum 1. Januar 2023 aufgehoben werden. Der Steuervorteil von Diesel gegenüber Benzin beträgt rund 20 Cent. Auch bei der Anhebung des CO2-Preises hat VW Einwände. Diese ginge nämlich viel zu langsam. Wenn es nach Volkswagen geht, sollten die Kosten bis 2024 von derzeit 25 Euro je Tonne auf dann 65 Euro je Tonne steigen. Zum Ausgleich fordert das Unternehmen eine Entlastung der Haushalte an anderer Stelle.

Auch die Besteuerung von Dienstwagen wird in dem Papier thematisiert. So fordert VW eine höhere Besteuerung für Dienstwagen mit Verbrennungsmotor. Hier schlagen die Wolfsburger eine Erhöhung auf 1,25 Prozent vor. Auch bei Plug-in-Hybriden wünschen sie sich eine Anhebung auf 0,75 Prozent. E-Autos hingegen sollen weiterhin mit 0,25 Prozent vom Listenpreis besteuert werden. Bei Dienstwagen mit Verbrennern wird derzeit ein Prozent des Brutto-Listenpreises als Steuer fällig.

Video: Hybrid schlägt Diesel, zumindest bei den EU-weiten Zulassungen

VW wünscht sich Erfassung der tatsächlichen E-Nutzung bei Plug-in-Hybriden

Zu Plug-in-Hybriden schlägt VW eine weitere Änderung vor. Die Elektro-Verbrenner-Kombi spiele zwar „eine wichtige Rolle für den Übergang“, aber die steuerliche Förderung dieser Fahrzeuge solle laut Volkswagen „an die tatsächliche elektrische Fahrleistung gekoppelt werden“, berichtet das Portal. Demnach sollen nur Plug-in-Fahrer, die den Wagen vorwiegend elektrisch nutzen, von der Steuererleichterung profitieren. Dazu wünscht sich Volkswagen einen „praxisnahen Rechtsrahmen, der die technische Ermittlung des elektrischen Fahranteils“ möglich macht.

Außerdem werden in dem Papier an die möglichen Regierungsparteien SPD*, Grüne*, und FDP* noch die Kaufprämien für E-Autos angesprochen. Der Konzern plädiert für eine degressivere Ausgestaltung der Subventionen. Die derzeitige Bundesregierung „habe in Aussicht gestellt“, den aktuell geltenden Umweltbonus und die Innovationsprämie bis ins Jahr 2025 beizubehalten. Volkswagen spricht sich jedoch dafür aus, die staatliche E-Auto-Förderung abzuschmelzen und bis 31. Dezember 2025 komplett zu beenden.

Schließlich erwähnt VW auch das Tempolimit*. Das Thema sorgte bereits vor der Bundestagswahl immer wieder für hitzige Diskussionen. Der Autobauer fordert ortsbezogene Geschwindigkeitsbegrenzungen. Genauer heißt es, man solle die Beschränkung „dort einführen, wo Menschen leben und die Unfallgefahr vermindert und der Verkehrsfluss verbessert“ werden muss. (ph) *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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