Kantinen-Klassiker

VW-Currywurst: - Von wegen Aus - Die C-Stange gibt es demnächst direkt ans Band

Die Currywurst gehört in Deutschland zum kulinarischen Brauchtum. Bei VW wird sie bald von einem Roboter geliefert (Symbolbild)
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Die Currywurst gehört in Deutschland zum kulinarischen Brauchtum. Bei VW wird sie bald von einem Roboter geliefert.

Der Currywurst-Streit bei VW so gut wie verflogen, da sorgt die Betriebskantine für die nächsten Schlagzeilen. Das Essen soll künftig automatisiert an den Arbeitsplatz gelangen.

Wolfsburg - Der Innovationsdrang bei Volkswagen schlägt sich auf das Angebot der Betriebskantine nieder. In diesem Zuge gerät auch das kulinarische Angebot bei Europas größtem Autobauer in den Fokus der Schlagzeilen. Erst war es Ex-Kanzler Gerhard Schröder, der mit Äußerungen zu einer Maßnahme an seiner früheren Wirkungsstätte einen handfesten Currywurst-Eklat auslöste.

Die für die hauseigene Gastronomie zuständige „Volkswagen Service Factory“ leitet jedoch eine umfangreichere Modernisierung in die Wege, als lediglich die Reduzierung des Fleischkonsums. Die Strategie zur Verköstigung der VW-Angestellten umfasst nämlich nicht nur eine gesündere nachhaltige Ernährung, auch technologische Innovationen wirken sich auf das Essensangebot des Unternehmens aus.

VW: Currywurst & Co. von „Prototyp“ ans Band geliefert? „Künftig einfach und schnell“

Wie der zuständige Gastronomie-Chef Nils Potthast gegenüber food-service.de schildert, solle das Mittagessen künftig sogar per Elektromobil direkt an die Wirkungsstätte der Belegschaft geliefert werden. „Wir bauen einen Prototyp, um demnächst die Mitarbeiter auch direkt an den Produktionslinien zu versorgen“, lässt der Bereichsleiter in dem Gespräch wissen.

Seinen Angaben zufolge habe die Corona-Pandemie auch in der Gastro-Sparte der Niedersachsen bewirkt, dass man sich „aus der Komfortzone heraus“ bewege und „mutig neue Wege gehen“ möchte. So sieht die Modernisierung offenbar vor, dass das Essen für die VW-Belegschaft künftig per Roboter an den Bändern landet. Ob das der Gesundheit der arbeitenden Personen zuträglich ist? Schließlich lässt diese Maßnahme vermuten, dass der Bewegungsdrang darunter leidet.

Potthasts Äußerungen lassen zudem darauf schließen, dass hier auch Zeitersparnis eine gewisse Rolle spielt: „Ein Beispiel, das uns in diesem Zusammenhang beschäftigt, ist die Fragestellung, wie wir das Essen künftig einfach, schnell und bedarfsorientiert zu unseren Kunden bringen können.“ Wie das konkret aussehen soll, verrät der Organisator aus dem Hause Volkswagen* nicht.

VW: Gastro-Chef künftig „Innovative Lösungsansätze“ an - Besonders für Produktion

Besonders den Arbeitskräften der Fertigung stellt er geradezu fesselnde Neuerungen in Aussicht: „Es gibt noch viele weitere innovative Lösungsansätze, an denen wir arbeiten. Hier können insbesondere unsere Kunden, die in der Produktion tätig sind, gespannt bleiben. Sollte die Pandemie unsere Pläne nicht verändern, ist noch für Ende dieses Jahr ein Pilotprojekt am Standort Wolfsburg* geplant.“

Wie der VW-Kantinenchef betont, spielt auch das Thema Gesundheit eine wichtige Rolle. Demnach würden auch Lebensmittel-Bestandteile wie Fett, Sahne und Zucker in den Speisen reduziert. Ebenfalls lobenswert erscheint die Tatsache, dass aus vormals bis zu neun angebotenen Menüs künftig nur noch drei gemacht werden. Zu groß und teuer sei bis dato nämlich die Menge an weggeworfener Speisen, weil zu viel Essen produziert bzw. angeboten wurde.

Wer jedoch befürchtet, dass herzhafte Hausmannskost auf dem VW-Speiseplan der Zukunft künftig seltener auftaucht, kann aufatmen: Fleischgerichte wie die beliebte „C-Stange“ (Currywurst), Schweinebraten oder auch Gulasch sollen weiterhin zum Sortiment des der Betriebsrestaurants bei Europas größtem Autobauer gehören. Dann wird es angeblich nur noch drei Menülinien geben: gut und günstig, vegetarisch/vegan sowie Fleischgerichte.

Längst ist auch die Debatte über gendergerechte Sprache im Konzern angekommen. Können VW und Audi ihre Mitarbeiter zwingen, zu gendern? (PF) *Merkur.de ist ein Teil von IPPEN-MEDIA

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