BKK warnt vor "Dominoeffekt" bei Krankenkassen

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Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler erreichte  ein Aufruf des Verbandes der Betriebskrankenkassen: Die Kassen müssten nachhaltig stabiisiert und gesichert werden, heißt es darin.

Berlin - Immer mehr Krankenkassen schlagen wegen der zunehmenden Finanznöte Alarm. Nachdem mehrere Betriebskrankenkassen vor dem Aus stehen, warnen Experten vor einem Ausufern der Pleitewelle.

Einen Tag vor der Regierungsklausur der Gesundheitsexperten zu Stabilisierungsmaßnahmen warnte der Bundesverband der Betriebskrankenkassen vor einem “Dominoeffekt“. Krankenkassen, die für angeschlagene Partner einstünden, “drohen selbst finanziell geschwächt zu werden“, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben des BKK-Bundesverbandes an Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP).

Im BKK-Verband steht die City BKK vor der Schließung. Um zu verhindern, dass sich die Finanzkrise einzelner Kassen auf das System der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ausweite, “brauchen wir jetzt schnell politische Entscheidungen, die die Krankenkassen kurzfristig stabilisieren und nachhaltig sichern“.

Nicht nur im Arzneimittelbereich, auch im ambulanten und stationären Sektor seien Struktur- und Sparmaßnahmen unumgänglich. Die Ausgabensteigerungen für Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte “können nicht weiter einzig zu Lasten der Beitragszahler gehen“, heißt es in dem Brief weiter.

Trotz des sich für 2011 abzeichnenden GKV-Rekorddefizits von elf Milliarden Euro habe sich die Koalition immer noch nicht auf einen gemeinsamen Weg in der Gesundheitspolitik einigen können. “Ohne Einigung an diesem Wochenende riskieren Sie einen “Dominoeffekt“, den letztlich die Versicherten teuer bezahlen müssen“, heißt es in dem Schreiben von BKK-Bundesverbandsgeschäftsführer Heinz Kaltenbach an Rösler.

Auch der Verband der Ersatzkrankenkassen (vdek) appellierte an die Koalition, sich zügig auf ein Sparpaket zu einigen. Vdek-Chef Thomas Ballast sieht dringenden Handlungsbedarf bei den Hausarztverträgen und forderte zugleich die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel.

dpa

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