Nach Wasserschaden: Wie komme ich an mein Geld?

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Stefanie Küffner wartet seit neun Monaten darauf, dass ihre Ex-Vermieterin ihre Kaution auszahlt

München - Haben Sie auch Fragen, die Ihre Mietwohnung betreffen? Die tz hilft. Thema heute: Streit um die Kaution nach einem Wasserschaden. Wie bekommen Mieter ihr Geld zurück?

Stefanie Küffner hat eigentlich allen Grund, fröhlich zu sein. Seit vergangenem August lebt sie mit ihrem Lebensgefährten zusammen, im April sind sie Eltern eines süßen Mädchens geworden. Aber der Streit mit ihrer ehemaligen Vermieterin trübt die Laune der jungen Mutter. „Sie bezahlt mir einfach die 1000 Euro Kaution nicht aus, obwohl ich schon im September vergangenen Jahres ausgezogen bin“, ärgert sie sich. Zum einen mit der Begründung, dass die Nebenkostenabrechnung noch aussteht. Außerdem gibt es einen heftigen Streit über einen Wasserschaden.

Zu dem kam es so: Im August half der Lebensgefährte von Stefanie Küffner, die Wohnung auszuräumen. Unter anderem schloss er die Waschmaschine ab, die in der Küche stand, und lud sie ins Auto. „Danach haben wir noch weitere zwei Stunden die Küche ausgeräumt, und wir sind uns sicher, dass der Hahn, an dem die Waschmaschine angeschlossen war, fest zugedreht war“, sagt die tz-Leserin. „Es hat nicht getropft, da bin ich mir sicher!“

Doch als die zwei weg waren, lief Wasser aus dem Hahn. Ob sofort oder erst später, ist bis heute ungeklärt. „Wir haben einen Installateur gefragt, ob es auch eine andere Ursache geben kann als die, das der Hahn offen war. Der sagte, dass es bei alten Ventilen durchaus sein kann, dass sie versagen, wenn im Haus ein anderer Hahn geöffnet wird und sich dadurch der Druck ändert.“

Nach Meinung der Vermieterin ist dagegen ganz klar ihre Ex-Mieterin schuld. „Ihr Freund hat den Hahn offen gelassen und so lief meine ganze Wohnung voll, die unter der vermieteten liegt. Es entstand ein Schaden von 10 000 Euro, den ich über meine Gebäudeversicherung regulierte“, sagte sie am Telefon zur tz. Nur ein Schränkchen in der Küche ihrer Ex-Mieterin habe die Versicherung nicht bezahlt, deshalb schulde ihr ihre Ex-Mieterin 300 Euro. „Mit der Nebenkostenabrechnung habe ich Zeit bis Jahresende,dannbekommt sie ihre Kaution zurück“, sagt die Vermieterin.

Die 300 Euro für das Schränkchen werde sie nicht bezahlen, sagt die Mieterin. „Wir wollten den gesamten Wasserschaden über die Haftpflichtversicherung meines Lebensgefährten regulieren lassen, doch die Vermieterin lässt die Versicherung nicht in die Wohnung, um den Schaden und den Wasserhahn zu begutachten“, sagt Stefanie Küffner. „Also riet uns die Versicherung ab, die 300 Euro zu zahlen, das könnte als Schuldeingeständnis gelten.“

„Die Vermieterin muss den Versicherungsvertreter reinlassen, um eine Schadensregulierung zu ermöglichen“, sagt Anja Franz vom Mieterverein München. Tut sie das nicht, muss sie die Kaution ausbezahlen. „Sie kann lediglich einen Betrag in Höhe der zu erwartenden Nebenkosten- Nachzahlung einbehalten.“ Für die Sicht der Mieterin spricht laut Franz auch, dass im Übergabeprotokoll vom 22. September steht, dass die Wohnung ohne Beanstandung übergeben wurde.

Susanne Sasse

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