Wegen Energiekosten: Preise so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr

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Die Kosten für Energie treiben die Inflation in Deutschland auf ein Drei-Jahres-Hoch.

Wiesbaden - Die Kosten für Energie steigen immer weiter - das hat auch Auswirkungen auf alle anderen Verbraucherpreise. Die sind mittlerweile so hoch, wie seit drei Jahren nicht mehr.

Angetrieben von weiter steigenden Energiepreisen ist die Inflationsrate im September auf den höchsten Stand seit drei Jahren geklettert. Die Verbraucherpreise lagen im September 2,6 Prozent höher als vor einem Jahr, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit und bestätigte damit vorläufige Berechnungen. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent.

In den beiden Monaten zuvor hatte die Jahresteuerung 2,4 Prozent betragen. Die Inflation verharrte damit im September zum neunten Mal in Folge über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank von knapp unter 2 Prozent. Aus Sicht der Notenbank sind die Inflationsgefahren zuletzt jedoch gesunken.

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Hohe Energiekosten treiben die Preise an: Beispielsweise ist der Preis von Heizöl um 13,9 Prozent gestiegen. © dpa
Auch für Strom zahlt man mehr: plus 7,1 Prozent. © dpa
Butter macht dick - und wer in Zukunft nicht 10,4 Prozent mehr zahlen will, verzichtet drauf. © dpa
Molkereiprodukte sind fast alle teurer geworden: Für Sahne zahlt man jetzt 12,9 Prozent mehr. © dpa
Bei Fleisch ist die Preiserhöhung nicht ganz so schlimm: 4,3 Prozent ist es teurer. © dpa
Gemüse ist dagegen billiger geworden: Für Kopf- oder Eisbergsalat zahlt man 39,3 Prozent weniger. © dpa
Tomaten sind 24,1 Prozent billiger. © dpa
Ein deutlicher Preisanstieg bei alkoholfreien Getränken von 7,4 Prozent soll vor allem durch die... © dpa
... Verteurung von Kaffee um 21,8 Prozent verursacht sein. © dpa
Bei den Dienstleistungen macht sich die neue Luftverkehrsabgabe bemerkbar: Flugtickets sind um 19,4 Prozent teurer. © dpa
Die Preise für Tabakwaren sind um 3,3 Prozent gestiegen. © dpa
Frauen können aufatmen: Schuhe  und Bekleidung sind nur um 3,1 Prozent teurer. © dpa

Nach der EZB-Prognose bleibt die jährliche Inflationsrate in den kommenden Monaten zwar weiter über der Zielmarke, danach wird sie sinken. Die EZB begründet ihre Einschätzung mit einem stabilen Lohnwachstum und der absehbaren Konjunkturabschwächung.

Auch Unicredit-Volkswirt Andreas Rees gibt vorsichtig Entwarnung: “Die Inflationsrate einschließlich der Energie- und Nahrungsmittelpreise hat - ähnlich wie in den USA und dem Euroraum insgesamt - ihren Hochpunkt weitestgehend erreicht.“ Vor allem die im Jahresvergleich nachgebenden Energiepreise würden in den kommenden Monaten zusehends entlastend wirken. Sollte die Wirtschaft in eine Rezession rutschen, dürfte dem Preisauftrieb noch schneller die Luft ausgehen.

Wie in den Vormonaten waren im September Heizöl und Kraftstoffe erneut die wichtigsten Preistreiber. “Energie verteuerte sich insgesamt um 11,2 Prozent gegenüber September 2010 und erklärt damit knapp die Hälfte der Gesamtteuerung“, schrieben die Statistiker. Vor allem die Preise für Mineralölprodukte wie leichtes Heizöl (+ 23,8 %) und Kraftstoffe (+ 13,9 %) lagen nach einem neuen Preisanstieg gegenüber August weit über dem Vorjahresniveau.

Zudem verteuerten sich im September Bekleidung und Schuhe kräftig. Dabei dürfte es sich jedoch um einen einmaligen Effekt handeln: Die Statistiker begründeten den Preisauftrieb um 5,1 Prozent im Vergleich zum August mit dem Wechsel auf die neue Herbst- und Winterkollektion.

Auch die seit Jahresbeginn erhobene Luftverkehrsabgabe befeuerte den Preisauftrieb: Flugtickets kosteten im September fast ein Fünftel (+ 19,4 %) mehr als vor einem Jahr.

Die Preise für Nahrungsmittel stiegen binnen Jahresfrist um 2,5 Prozent. Besonders für alkoholfreie Getränken (+ 7,4 %) mussten Verbraucher tiefer in die Tasche greifen als vor einem Jahr: Dabei kostete Kaffee über ein Fünftel mehr (+ 21,8 %) als im September des Vorjahres, Fruchtsäfte aus Kernobst 14,1 Prozent. Während Verbraucher für Molkereiprodukte, Brot und Fleisch ebenfalls mehr Geld hinlegen mussten, sanken die Preise für Gemüse.

dpa

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