Flughafen Nürnberg verliert weitere Ziele

+
Von Nürnberg aus fliegt Air Berlin im Sommerflugplan weniger Ziele an.

Nürnberg - Der finanziell angeschlagene Nürnberger Flughafen muss weitere Einschnitte verkraften. Immer weniger Maschinen starten in Nürnberg. Vor allem eine Airline hat Flüge gestrichen.

Der von kommendem Samstag an geltende Sommerflugplan des Flughafens Nürnberg sieht nur noch 64 statt wie im Vorjahr 73 Direktflüge vor. Vor allem Air Berlin hat Ziele gestrichen. Dennoch sei dies kein Hinweis auf einen Rückzug der für den Airport wichtigen Fluggesellschaft, sagte Flughafensprecher Reto Manitz am Freitag. „Es gibt keine Erkenntnisse, dass Air Berlin grundsätzlich aus Nürnberg weggehend wird.“

Ähnlich äußerte sich auch eine Sprecherin der Fluggesellschaft: Derzeit würden überall Verbindungen auf den Prüfstand gestellt und gegebenenfalls gestrichen. „Das heißt aber nicht, dass wir uns aus Nürnberg zurückziehen.“

Manitz: "Das Angebot ist weiterhin groß"

In der Region bestehen seit geraumer Zeit Befürchtungen, dass Air Berlin nach Abschluss des Flughafenumbaus in Schönefeld vermehrt Flüge von Nürnberg in die Hauptstadt verlagern könnte. Bislang betreibt das defizitäre Unternehmen in Franken sein Drehkreuz für Charterflüge und ist für etwa die Hälfte des gesamten Flugbetriebs in Nürnberg verantwortlich.

Manitz verwies darauf, dass das Angebot weiterhin groß sei. Wöchentlich gebe es 340 Linienflüge und mehr als 100 Abflüge zu touristischen Zielen, etwa am Mittelmeer, auf den Kanaren, auf Mallorca oder an der türkischen Riviera. 230 Flüge steuern die Drehkreuze der großen Luftverkehrsallianzen an.

Die zehn gefährlichsten Flughäfen der Welt

Washington-Touristen kennen den nervigen Fluglärm über der US-Hauptstadt: Der Reagan National Airport befindet sich mitten in der Stadt zwischen zwei Flugverbotszonen. Piloten müssen beim Landen Gebäude wie das Pentagon und das CIA-Hauptquartier meiden und während des Starts schnell an Höhe gewinnen, um nicht ins Weiße Haus zu fliegen. © AP
Flughafen gefährlich
Der Anflug auf den Flughafen Santa Catarina ist eine Belastungsprobe für Flugpersonal und Passagiere. Piloten müssen für den Anflug speziell ausgebildet werden: Die Landebahn ist nicht nur extrem kurz, sondern verläuft auch noch direkt an einem Steilküstenabhang. Die Piloten müssen lange auf die Berge zufliegen und erst im letzten Augenblick das Steuer rechts herumreißen, um auf dem Rollfeld zu landen. © dpa
Die Rollbahn des Toncontin-Flughafens in Tegucigalpa (Honduras) ist mit 1863 Metern die weltweit kürzeste eines internationalen Airports. Größere Flugzeuge können hier nicht landen. Vor der Landung muss der Pilot bergiges Gelände überfliegen, primitive Navigationsausrüstung machen den Flughafen zusätzlich gefährlich. Bei schlechter Witterung müssen die Flugzeuge oft nach San Salvador ausweichen. © dpa
Insel Barra
Auf der westschottischen Insel Barra muss ein Sandstrand als Flugfeld herhalten. Die Größe des "Rollfelds" hängt ganz von den Gezeiten ab. Simple Autoscheinwerfer auf dem Parkplatz weisen Piloten nachts den Weg über die flache Bucht. © dpa
La Guardia und Newark
Viel beflogen, aber ziemlich gefährlich: der John F. Kennedy Airport in New York. Die Herausforderung für die Piloten besteht im Vermeiden von Flugzeugen anderer Flughäfen in der Nähe - La Guardia und Newark. Die Crew ist gezwungen, etwa 460 Meter Abstand und eine Sicht von knapp 8000 Metern zu haben, bevor sie die Landebahn anfliegen dürfen. © dpa
Am 9. November 2007 kam ein Flugzeug der Airline Iberia von der Landebahn in Quito, Ecuador, ab (Foto). Piloten fürchten die abschüssige Landebahn der ecuadorianischen Hauptstadt seit langem. Der Flughafen liegt nur wenige Minuten vom Finanzzentrum entfernt und ist umringt von einer Wohnsiedlung. Das Problem wurde jedoch erkannt. Ein neuer Flughafen einige Kilometer entfernt gebaut. © dpa
Am 19. Februar 2013 schließt der berüchtigte Flughafen in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito für immer. © AP
Der Flugplatz von Lukla in Nepal ist nur 527 Meter lang und 20 Meter breit. Die Landebahn neigt sich um 12 Grad, der Höhenunterschied zwischen beiden Endpunkten beträgt 60 Meter. Die Piloten haben nur einen Versuch, Durchstarten ist wegen der Hochgebirgslage unmöglich. Eine lebensgefährliche Angelegenheit: Auch eine Reisegruppe aus München stürzte hier 2008 in den Tod. © dpa
Die Startbahn der 13-Quadratkilometer-Insel Saba auf den Niederländischen Antillen ist gerade mal 400 Meter lang und säumt eine Steilküste. Der Flughafen der Karibikinsel ist außerdem sehr anfällig für Sturmböen. © dpa
Unglaublich: Eigentlich ist der Flughafen von St. Maarten, Karibik, nur für kleine und mittlere Jets geeignet. Piloten größerer Flieger müssen die Landebahn (2180 Meter lang) daher sehr tief über dem traumhaften Sandstrand von Maho Beach und seinen Urlaubern anfliegen und berühren dabei fast den zehn Meter hohen Sicherheitszaun. © dpa
Höchste Präzision erfordert der Landeanflug auf den Flughafen von Gibraltar, Südspanien. Der kleine Airport liegt zwischen der Bucht von Algeciras und dem Mittelmeer. Das Rollfeld ist knapp 1830 Meter lang. Wie auf den anderen kleineren Flughäfen brauchen Piloten hier eine Spezialausbildung. © dpa

Wegfallen werden hingegen die Urlaubsflüge nach La Palma, Agadir, Faro sowie Malaga. Auch die Zubringerflüge aus Hannover, Erfurt und Münster sind betroffen. Bremen und Köln werden ebenfalls nicht mehr angeflogen. Neu angesteuert wird hingegen Barcelona. Insgesamt werde sich die Zahl der Starts und Landungen im Sommerhalbjahr um 1400 beziehungsweise fünf Prozent verringern, sagte Manitz.

Der Flughafen Nürnberg schwächelt seit längerem. Im Sommer vergangenen Jahres mussten die beiden Gesellschafter, die Stadt Nürnberg und der Freistaat Bayern, nach drei Verlustjahren mit einer Finanzspritze von 40 Millionen Euro und Bürgschaften aushelfen. 2016/2017 soll der Flughafen wieder eine schwarze Null schreiben.

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

„Peinlich“: Dr. Oetker löst mit WM-Werbung Shitstorm aus - so reagiert der Konzern
„Peinlich“: Dr. Oetker löst mit WM-Werbung Shitstorm aus - so reagiert der Konzern
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Aldi Süd hat den Traum-Swimming-Pool im Angebot - doch er hat einen großen Nachteil
Aldi Süd hat den Traum-Swimming-Pool im Angebot - doch er hat einen großen Nachteil
Rückruf wegen Gesundheits-Gefahr: Tiefkühl-Riese Iglo warnt vor mehreren Produkten
Rückruf wegen Gesundheits-Gefahr: Tiefkühl-Riese Iglo warnt vor mehreren Produkten

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.