Rekordverkäufe, Rekordumsatz

Audi: Kampfansage an BMW, aber weniger Gewinn

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Vorstandschef Rupert Stadler (li.) sieht Audi weiter auf Rekord-Kurs.

Ingolstadt - Der Automobilhersteller Audi rast von Rekord zu Rekord. Nur der Gewinn wollte im vergangenen Jahr nicht mitwachsen. Die tz erklärt die Zahlen, die Audi gestern in Ingolstadt vorgelegt hat.

Rekordverkäufe: 1 575 480 Autos hat Audi im vergangenen Jahr verkauft – wieder mal ein neuer Rekord. Dabei hatte sich Audi eigentlich erst für 2015 vorgenommen, die Marke von 1,5 Millionen verkauften Fahrzeugen zu reißen. 2012 hatte Audi noch 1,455 Millionen verkauften Autos. Gegenüber dem Vorjahr konnten sich die Ingolstädter also über ein Plus von 8,3 Prozent freuen. „Wir werden jetzt in allen Weltregionen – auch in Europa – zulegen“, ist sich Audi-Chef Rupert Stadler sicher. Er sieht seine Firma für 2014 wieder auf Rekordkurs: „Im Januar und Februar haben wir bereits 242 400 Automobile ausgeliefert und damit den Vojahreswert um 9,3 Prozent übertroffen.“ 2014 will Audi in China als erster Premium-Anbieter mehr als eine halbe Millionen Kunden erreichen – im Vorjahr hatten die Ingolstädter im Reich der Mitte 492 000 Autos verkauft.

Mehr Umsatz: Auch hier ein neuer Rekord: 49,9 Milliarden Euro setzte die Ingolstädter VW-Tochter 2013 um – noch mal 2,3 Prozent mehr als im Rekordjahr 2012. Den Umsatzanstieg führt Stadler vor allem auf „die hohe Nachfrage nach den neuen Modellen unserer Premium-Kompaktbaureihe A3“ zurück.

Weniger Gewinn: Diese erhöhte Nachfrage nach kompakteren Fahrzeuge erklärt auch eine Zahl, die die Audi-Leute ärgern dürfte: Erstmals seit Jahren muss Audi einen Gewinnrückgang hinnehmen. Das operative Ergebnis lag noch bei 5,03 Milliarden Euro – 6,2 Prozent niedriger als im Vorjahr. Nach Steuern schrumpfte der Gewinn gar um 7,7 Prozent auf etwa vier Milliarden Euro Rendite. Trotzdem bleibt die VW-Tochter optimistisch. „Das ist ein langfristiger, sehr ambitionierter Zielkorridor“, erläutert Finanzvorstand Axel Strotbek. Audi leidet hier unter mehreren Faktoren. Einerseits sind die Investitionen gestiegen, andererseits liefern sich die Automobilhersteller dank der Absatzkrise eine Rabattschlacht ohne Beispiel. Und: Besonders gut verkaufen sich derzeit kompakte Autos wie der A3 – mit diesen Fahrzeugen lässt sich aber nur eine geringere Marge erzielen als mit den großen Limousinen und Geländewagen. Mit diesem Problem steht Audi nicht allein da, auch beim Konkurrenten BMW ist dieser Trend spürbar.

Mehr Investitionen: Audi hat seine Investitionen im letzten Jahr um zehn Prozent auf 3,6 Milliarden Euro erhöht. Im Zentrum: neue Standorte. Im vergangenen Jahr hat Audi zwei Werke in Ungarn und China eröffnet, für die kommenden Jahre sind neue Werke in Mexiko und Brasilien in Planung. 2013 hat Audi erstmals mehr Autos im Ausland gebaut als in seinen deutschen Werken.

Angriff auf BMW: Die Ingolstädter halten an ihrem Ziel fest: Bis 2020 will Audi Premium-Hersteller Nummer eins werden und den Konkurrenten BMW überholen. „Ich bin tief entspannt“, sagt Audi-Chef Stadler gelassen – trotz des Gewinnrückgangs im vergangenen Jahr. „Jeder hat den Anspruch, am Ende oben auf dem Treppchen zu stehen. Und wir als Audi spielen klar auf Sieg“, gibt sich Stadler angriffslustig.

Mehr Mitarbeiter: Im vergangenen Jahr hat Audi weltweit 6400 Menschen eingestellt, 3000 davon in Ingolstadt und Neckarsulm. Auch 2014 will Audi in Deutschland 1500 Mitarbeiter neu einstellen und 750 Jugendliche ausbilden. Derzeit arbeiten 73 751 Menschen bei Audi – mittelfristig sollen es 80 000 werden. In Ingolstadt arbeiten derzeit 37 400 Mitarbeiter, darunter sind 1500 Leiharbeiter. Allein im letzten Jahr habe der Konzern aber 1200 Mitarbeiter aus der Leiharbeit übernommen – dauer­haft soll der Anteil der Leiharbeiter auf unter fünf Prozent sinken.

Weniger Bonus: Die Audi-Mitarbeiter in Deutschland haben was von der guten Geschäftsentwicklung ihres Arbeitgebers! Im Durchschnitt kassieren sie 6900 Euro als Ergebnisbeteiligung für das Jahr 2013. Trotzdem bekommen sie die rückläufige Gewinnentwicklung zu spüren: Für 2012 hatte es noch einen Bonus von 8030 Euro für die Mitarbeiter gegeben. Die Vorstandsbezüge sind dagegen um drei Prozent gestiegen.

Marc Kniepkamp

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