Duracell, Langnese, Coca Cola und Co.

TV-Werbung der 80er-Jahre: Diese elf Spots vergisst niemand

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"Sie baden gerade Ihre Hand darin!"

München - Die Allianz-Versicherung hat alte Werbefilmchen aus den 1980er-Jahren wieder reaktiviert. Der Clou dabei: Ein neuer Streifen greift das Thema von damals wieder auf. Wir haben selbst mal zurückgeblickt. Elf Werbesports aus den 80ern, die keiner vergisst.  

Zugegeben, ganz neu ist die Idee nicht, bewährte TV-Werbung wieder aufleben zu lassen. Auch der 70er-Jahre Persil-Mann wurde reaktiviert, ebenso wie Clementine von Ariel (1994). Neu bei den Allianz-Spots ist, dass die alten Filmchen parallel zur neuen Werbung im Splitscreen laufen - zum gleichen Thema.  Ob das heute mit allen damals beworbenen Produkten so funktionieren würde? Schauen Sie selbst.

Der Mann, der ab 1975 um das Vertrauen der Hausfrauen wirbt, ist Jan-Gert Hagemeyer. Von Beruf eigentlich Journalist. So arbeitete er unter anderem 15 Jahre lang für das TV-Wirtschaftsmagazin "plusminus". Sein "Schwiegersohn"-Gesicht verschaffte ihm den Job in der Werbung. Mitte der 1970er-Jahre begann er mit lässig übereinander geschlagenen Beinen, die Vorzüge von Perborat und Silikat kurz Persil, zu beschreiben. Die Werbeverantwortlichen waren sehr überzeugt von Hagemeyer, so dass er auch in den 80ern, und in den 90ern wie ein Nachrichtensprecher über die Vorzüge des Markenwaschmittels sprechen durfte. Jan-Gert Hagemeyer lebte an der Ahr und starb 2013 im Alter von 75 Jahren. Noch heute ist er einem Großteil der deutschen Werbefernsehkonsumenten bekannt.

Der Fahrer, der den Audi 100 quattro 1985 tatsächlich auf einer Ski-Sprungschanze in Finnland gefahren hat, war der ehemalige Rallyefahrer Harald Demuth. Im "audiblog" berichtet er 2013, dass er damals "sehr nervös" gewesen sei, als er die Sprungschanze aus 60 Metern Höhe erstmals in Augenschein nahm. Lange kursierte das Gerücht, Demuth sei an einem Seil hochgezogen worden. Doch das ist eine Legende, das Seil diente lediglich als Sicherung. Insgesamt musste der Rallyefahrer 13 Mal die Piste hoch fahren, bis der Dreh im Kasten war.

Die allseits als "Tilly" bekannte Fachfrau in Sachen Haut, Hände und Geschirrspülmittel war die amerikanische Schauspielerin Jan Miner. Auch sie wurde in den 80er-Jahren wiederentdeckt. Wie sie selbst einmal sagte, war die Werberolle "ein Geschenk des Himmels" für sie. Ihren letzten Auftritt hatte sie 1992 in "Meerjungfrauen küssen besser". Jan Miner starb 2004 im Alter von 87 Jahren. Ein Geheimnis hat sie jedoch mit ins Grab genommen: Warum um Himmelswillen stecken Frauen ihre Hand in ein Schälchen mit Geschirrspülmittel?

Möglicherweise das unbekannteste, aber dafür das skurrilste Produkt in dieser Reihe: Ein Getränkepulver mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, in denen keine (echte) Frucht enthalten war. Das Pulver wurde von "Generals Foods" (später HAG GF, dann Kraft GF, jetzt Mondelez) hergestellt. Gäbe es Quench noch, würde dieses Zucker- und Farbstoffgeschwängerte Pulver wohl jährlich den "Goldenen Windbeutel" von Foodwatch bekommen. Inhaltsstoffe (laut Internet): Zucker, Säuerungsmittel Zitronensäure, Aromen, Trennmittel Tricalciumphosphat, Vitamin C, Farbstoffe E122+E104+E131.

 

Unter dem Motto "Es gibt viel zu tun: Packen wir's an" warb die deutsche Esso schon seit den 1970er-Jahren. In den 80er-Jahren dann "drangen die Männer in immer unwirtlichere Gebiete vor". Unter anderem "vor die Nordküste Kanadas und Alaskas". Eine Arbeit für echte Männer also, die heute nicht nur gegen die Unbilden der Natur ankämpfen müssen ...

"Schmilzt nicht in der Hand, nur im Mund" - Treets, die Vorläufer der m&m's hatten grundsätzlich einen Erdnusskern und waren stets von ungefärbter, brauner Schokolade umhüllt. Sie kamen gut an, trotzdem nahm Masterfoods das Produkt vom Markt. Um 2009 kamen sie kurzzeitig wieder auf den Markt, vorbei. Klicker, klicker - Treets.

 

Wer war eigentlich zuerst da: Das Lied "Like Ice in the Sunshine" oder der Werbespot? Tatsächlich war erst der Spot da, der dann die Songschreiber Holger-Julian Copp und Hanno Harders dazu bewog, einen komplettes Lied daraus zu machen. Mit Erfolg: 1986 erreicht das Lied die Top 10. Und Langnese konnte mit dem spaßigen Spot viele Fans gewinnen.

 

Der Mutterkonzern Danone hält die Fruchtzwerge immer noch erfolgreich am Markt, jedoch unter ständiger Änderung der Zutaten. Der damals allseits bekannte Spruch "So wertvoll wie ein kleines Steak" war griffig, entsprach aber nicht der Wahrheit, denn ausgerechnet Proteine waren in der Süßspeise kaum zu finden.  

Viereckig und ein Kreis in der Mitte - das waren Velemint. Das Pfefferminzbonbon war vollgepumpt mit Süßstoff, so dass man mit dem Naschen recht vorsichtig sein musste, da Sorbit (zu 97,5 % darin enthalten) abführend wirken kann. Mittlerweile gehört der damalige Hersteller Ragold zu Wrigleys, das Produkt Velemint wurde längst vom Markt genommen.

Der Duracell-Elektro-Hase steht stellvertretend für lang durchhaltende Batterien. Er trommelt immer weiter, während den anderen schon längst die Puste ausging. Zink-Kohle-Batterien gibt's im Grunde nicht mehr und in China ist die Werbung mit dem Hasen verboten. Begründung: Es ist dort nicht gestattet, in Werbespots zu lügen, oder maßlos zu übertreiben.

Ebenso wie bei "Like Ice in the Sunshine" war der Song "First Time" von Rocksängerin Robin Beck begleitend zur Werbung geschrieben. Doch das Lied wurde so beliebt, dass man beschloss eine Single davon zu machen. Das hatte sich gelohnt: In acht europäischen Ländern erreichte die Popballade den ersten Platz.  

Andrew Weber

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