Weselsky erwartet keine rasche Einigung in Bahn-Tarifkonflikt

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Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Foto: Paul Zinken

Köln (dpa) - Vor der Fortsetzung der Tarifverhandlungen von Lokführern und Bahn erwartet Gewerkschaftschef Claus Weselsky keine schnelle Einigung. "Da sind schon noch ein paar Verhandlungsrunden zu fahren", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in Köln.

Verhandlungen sind für den 19. und 28. Januar terminiert. "Wir legen von unserer Seite Wert darauf, möglichst im März fertig zu werden", sagte Weselsky am Rande der Jahrestagung des Beamtenbunds (dbb), in dem die GDL Mitglied ist.

Im Dezember hatten Bahn und GDL nach monatelangem Streit mit sechs Streiks aus Sicht von Weselsky einen "Durchbruch" erzielt und für alle GDL-Mitglieder 510 Euro als Einmalzahlung für Juli bis Dezember 2014 vereinbart. Nun wird für die Folgezeit verhandelt.

Weselsky sagte, er hätte nicht an das Ergebnis vom Dezember geglaubt, "wäre es mir nicht schriftlich übergeben worden". Zentral sei gewesen, "dass die Bahn mit uns über alle Berufsgruppen verhandelt, die wir reklamiert haben". Der Gewerkschaftschef erwartet schwierige Gespräche. "Vonseiten der Bahn wird sicherlich versucht werden, das so lange wie möglich zu ziehen." Die GDL hingegen sei bestrebt, "das so knapp wie möglich zu machen".

Die GDL war der Bahn im Dezember entgegengekommen. Im Gegenzug für die Einmalzahlung forderte sie nicht mehr zwei, sondern nur noch eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit. Nun sagte Weselsky, die Frage der Wochenarbeitszeit werde der Knackpunkt der Verhandlungen sein. Zudem gehe es auch um die künftige Struktur des Tarifvertrags. 

Die nächste Verhandlungsrunde der Bahn mit der - mit der GDL konkurrierenden - Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) war bereits für diesen Mittwoch terminiert. Weselsky sagte: "Ich bestreite nicht, dass die EVG auf Dauer die größere Gewerkschaft bleibt." Die Mitgliederzahl der GDL ist laut dem Gewerkschaftschef allerdings "steigend". Genauere Angaben machte er auch auf Nachfrage nicht. Die Streikgelder seien komplett von der GDL selbst aufgebracht worden, einen Teil werde diese aber später von ihrem Dachverband dbb zurückbekommen.

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