Wird Glücksspiel-Monopol gekippt?

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Christian Dürr, Fraktionschef der FDP in Niedersachsen.

Hannover - Die FDP in Niedersachsen will sich dafür einsetzen, das Glücksspiel-Monopol in Deutschland zu kippen. Damit wärem private Sportwetten-Anbieter wieder zugelassen.

Die FDP-Landtagsfraktion will das staatliche Glücksspiel-Monopol wieder kippen. Der seit 2008 gültige Staatsvertrag habe das Land Niedersachsen rund 70 Millionen-Einnahmen jährlich gekostet und für die Bekämpfung der Spielsucht nichts gebracht, kritisierte Fraktionschef Christian Dürr in Hannover. Er fordert, wieder private Sportwett-Anbieter zuzulassen und auch Lotto-Werbung stärker zu erlauben. Nach den Einschränkungen in Deutschland sei ein Milliarden-Schwarzmarkt für Internet-Sportwetten entstanden. "Der Staatsvertrag hat vollkommen versagt", sagte Dürr.

Die Auswirkungen der zunächst bis 2011 geltenden Regelung sollen bis Ende des Jahres überprüft werden. Die Ministerpräsidenten der Länder unter der Federführung von Christian Wulff (CDU) in Niedersachsen hatten den Glücksspiel-Staatsvertrag ausgehandelt. Er sieht ein Verbot von Internet-Glücksspielen in Deutschland vor. Zudem müssen die staatliche Lottogesellschaften ihrer Werbe-Aktivitäten deutlich einschränken. In Niedersachsen wurden deshalb zahlreiche illegale Sportwettbüros geschlossen.

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Der neue Staatsvertrag war notwendig geworden, weil das Bundesverfassungsgericht 2006 entschieden hatte, dass das Glücksspiel unter staatlicher Kontrolle nur aufrecht zu erhalten ist, wenn die Spielsucht stärker bekämpft werde. Lotto Niedersachsen hatte durch die strikten Auflagen starke Umsatz-Einbußen.

Dürr sagte, bei den Sportwetten gebe es einen Schwarzmarkt von 95 Prozent. Die Anbieter hätten ihren Sitz oft im Ausland. Fünf Milliarden Euro gingen dem Staat dadurch verloren. Auf Niedersachsen berechnet seien das pro Jahr rund 70 Millionen Euro - so viel wie das Land etwa für die Landesstraßen ausgibt.

Angesichts der Haushaltsprobleme sei es nicht hinnehmbar, dass Milliarden-Summen in der Schattenwirtschaft versickerten. Auch die Spielsucht werde nicht wirksam bekämpft, kritisierte Dürr. "Der klassische Spielsüchtige geht in die Spielothek." Das Automatenspiel sei aber vom Staatsvertrag nicht erfasst.

dpa

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