Top-Ökonomen für Abschaffung des Bargelds

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Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hält Münzen und Geldscheine für einen Anachronismus. Foto: Tobias Hase

Berlin (dpa) - Top-Ökonomen haben sich für eine Abschaffung des Bargelds ausgesprochen. "Bei den heutigen technischen Möglichkeiten sind Münzen und Geldscheine tatsächlich ein Anachronismus", sagte der Wirtschaftsweise Peter Bofinger dem Nachrichtenmagazin "Spiegel".

Der Harvard-Professor Ken Rogoff plädierte dafür, Bargeld als Zahlungsmittel allmählich auslaufen zu lassen.

Bofinger sagte, falle das Bargeld weg, könnten die Märkte für Schwarzarbeit und Drogen ausgetrocknet werden. Der Volkswirtschaftsprofessor forderte die Bundesregierung auf, auf internationaler Ebene für eine Abschaffung des Bargelds zu werben. "Das wäre jedenfalls ein gutes Thema für die Agenda des G-7-Gipfels in Elmau."

Der ehemalige Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, Rogoff, sprach sich im "Handelsblatt" (Montagsausgabe) dafür aus, als ersten Schritt nur noch die kleineren Banknotenstückelungen herauszugeben. "Ein sehr großer Anteil der negativen Begleiterscheinung der Bargeldnutzung hängt mit den großen Scheinen zusammen. Wenn man aufhört, diese auszugeben, dann hat man schon sehr viel erreicht." Zur Begründung führte er an, die Anonymität von Bargeld werde gern für illegale Transaktionen genutzt oder um Steuern zu hinterziehen.

Daneben gebe es geldpolitische Erwägungen: "Wenn die Geldhalter auf zinsloses Bargeld ausweichen können, dann kann die Zentralbank den Leitzins nicht allzu weit unter Null senken, selbst wenn das sinnvoll wäre, um eine lahmende Wirtschaft wieder in Gang zu bringen."

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