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Trigema-Chef Wolfgang Grupp: „Ein paar Jahre können wir vielleicht noch durchhalten“

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Von: Sina Alonso Garcia

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Trigema-Chef Wolfgang Grupp arbeitet wegen der Energiekrise an einem Notfallplan für sein Unternehmen. Wie lange die Firma die hohen Kosten noch tragen kann, kann er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Burladingen - Zuerst die Coronakrise, dann auch noch der Ukraine-Krieg: Ein Schlag für die Wirtschaft scheint derzeit dem nächsten zu folgen. Trigema-Chef Wolfgang Grupp kämpft ebenfalls mit den Auswirkungen der Krisen, wie BW24 berichtet. Die Gaskosten im Unternehmen stiegen zuletzt um das Sechsfache. Nun arbeitet Grupp an einem Notfallplan für sein Unternehmen. „Bis zum Betriebsurlaub am 1. August produzieren wir voll durch, weil wir nicht wissen, was danach kommt“, sagte der Textilunternehmer der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Ein Unternehmen aus Memmingen sei bereits beauftragt worden, einen kurzfristigen Notfallplan sowie einen langfristigen Energieplan zu erarbeiten.

Obwohl Grupp mit Trigema bereits einige Krisen überstanden hat - etwa die Banken- oder zuletzt die Coronakrise - war die finanzielle Belastung nie so fatal wie zum jetzigen Zeitpunkt. „Die schlimmste Situation ist 300 Prozent der Ukraine-Krieg“, sagte der 80-Jährige. Noch im Jahr 2020 betrugen die Energiekosten bei Trigema laut Grupp etwa 100.000 Euro monatlich. Nun seien es rund 600.000 bis 700.000 Euro pro Monat. „Wir haben zwischen fünf bis sechs Millionen Euro mehr Energiekosten als normal. Das ist natürlich nicht tragbar“, so Grupp.

Wolfgang Grupp: Wie Deutschland in die Krise schlittern konnte, ist ihm schleierhaft

Die gestiegenen Energiekosten sind so drastisch, dass sich Wolfgang Grupp ernsthaft Sorgen um Trigema macht. „Ein paar Jahre können wir das vielleicht durchhalten, weil wir stille Reserven haben und 100 Prozent Eigenkapital. Aber das ist theoretisch tödlich.“ Im Zweifelsfall müsse die Produktion heruntergefahren werden. Noch sei das Stofflager ausreichend voll.

Wolfgang Grupp - Trigema
Wolfgang Grupp, Eigentürmer und Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema, hat ein Unternehmen aus Memmingen beauftragt, einen kurzfristigen Notfallplan sowie einen langfristigen Energieplan zu erarbeiten. © Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild

Bereits vor ein paar Monaten erklärte Grupp, dass er Gasimporte aus Russland befürworte. Wie Deutschland in die Krise schlittern konnte, ist ihm schleierhaft. „Wir haben einseitige Gasverträge gemacht, wir haben Nord Stream 1, Nord Stream 2 gebaut, Milliarden investiert, und am Schluss sagt man, das ist ein Verbrecher.“ Von heute auf morgen sei alles anders geworden. Neben Deutschland sieht er auch die USA als nicht ganz unschuldig am Ukraine-Krieg. „Den Krieg verurteile ich aufs Schärfste, jedoch muss eine diplomatische Lösung angestrebt werden.“

Trigema: Eigenstromherstellung im Unternehmen

Am Standort Burladingen im Zollernalbkreis produziert Trigema eigenen Angaben zufolge über zwei Turbinen mit insgesamt 1.600 Kilowatt und zwei Blockheizkraftwerken mit je 200 Kilowatt die gesamte benötigte Energie selbst. Vor 36 Jahren hat das Unternehmen von Öl auf Gas umgestellt. 2008 kamen Fotovoltaikanlagen hinzu. Drei Jahre nach der Einführung der Gasturbinen sei die Firma sogar noch dafür subventioniert worden, sagte Grupp bei Maischberger. Heute würde er dafür „bestraft“, dass er alles so umgesetzt habe, wie die Politik es damals gewollt habe.

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