Zentralbanken greifen koordiniert in Geldmarkt ein

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Die Zentralbanken wollen wieder Vertrauen an den Finanzmärkten zurückgewinnen.

Frankfurt/Main - Die Europäische Zentralbank, die US-Notenbank Fed und weitere wichtige Zentralbanken greifen mit einer abgestimmten Aktion in den Geldmarkt ein. Die Aktienmärkte reagierten euphorisch.

Die EZB berichtete am Mittwoch in Frankfurt am Main von der Aktion. Es gehe darum, dem weltweiten Finanzsystem mehr Liquidität zur Verfügung zu stellen und damit Spannungen an den Finanzmärkten abzubauen. Die Aktienmärkte reagierten sofort euphorisch, der deutsche Leitindex Dax übersprang die Marke von 6000 Punkten und lag mehr als vier Prozent im Plus. Händler sprachen von einer “kurzfristigen Entspannung“ mit Blick auf die Euro-Schuldenkrise.

Krisenhelfer IWF und Weltbank: Was machen die eigentlich?

Der IWF wurde 1944 zusammen mit der Weltbank in Bretton Woods ( USA) gegründet. Ziel war es, nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues Weltwirtschaftssystem mit stabilen Wechselkursen einzuführen. Die Zusammenarbeit in der Währungspolitik und im internationalen Zahlungsverkehr sollte gefördert werden. © dpa
Die Finanzhilfen des IWF sind meist an strenge Auflagen geknüpft - etwa an die Sanierung des Staatshaushalts. © dpa
Der Internationale Währungsfonds ( IWF) ist in der weltweiten Finanzkrise zu einem der wichtigsten Krisenhelfer aufgestiegen. © dpa
Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen greift ein, wenn Staaten Finanzschwierigkeiten haben oder ihnen der Bankrott droht. Der IWF hilft den Mitgliedsländern dann mit Krediten. © dpa
Chef des IWF ist in der Regel ein Europäer. Aktuell wird er von der früheren französischen Finanzministerin Christine Lagarde gelenkt, die nach dem Rücktritt des Franzosen Dominique Strauss-Kahn an die IWF-Spitze rückte. © ap
Der spätere Bundespräsident Horst Köhler war von 2000 bis 2004 IWF-Chef. Zunehmend drängen aber auch Schwellenländer darauf, den Topposten zu stellen. © dpa
Die Quote bestimmt auch das Mitspracherecht. Der Einfluss aufstrebender Schwellenländer - etwa Chinas oder Indiens - beim IWF wurde zuletzt mit einer Stimmrechts- und Quotenreform erhöht. © dpa
Die Kapitaleinlagen (Quoten) der mittlerweile 187 Mitgliedsländer richten sich unter anderem nach der Stärke ihrer Volkswirtschaft. © dpa
Gerade in der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise spielt der IWF eine wichtige Rolle. Zusammen mit den Europäern schnürte der Währungsfonds Milliarden-Rettungspakete für die Schuldensünder Griechenland, Irland und Portugal. © dpa
Die Weltbank steht nicht ganz so stark im Licht der Öffentlichkeit wie der IWF. Ursprünglich war ihr Ziel, nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau zu fördern und in Zusammenarbeit mit dem IWF stabile Währungen zu schaffen. © ap
Seit den 1960er Jahren liegt ihre Hauptaufgabe in der Entwicklungshilfe. Schwerpunkte sind die Förderung von Infrastruktur, Privatwirtschaft und Umweltprojekten sowie der Kampf gegen Armut und Krankheiten. © dpa
Im Gegenzug zur europäischen Besetzung der IWF-Spitze wird die Weltbank traditionell von einem Amerikaner geleitet, ab 1. Juli 2012 führt Jim Yong Kim die internationale Finanzeinrichtung. © dpa

Bei den sogenannten Dollar-“Swap“-Geschäften, die die Zentralbanken nun untereinander neu regeln, geht es darum, Liquidität in US-Dollar anderen Notenbanken zur Verfügung zu stellen. Am Mittwoch senkten die beteiligten Zentralbanken die Kosten für solche Geschäfte - damit wird es leichter, den Märkten Geld zur Verfügung zu stellen.

In angespannten Zeiten ist es für Marktteilnehmer wie Banken schwer, sich auf dem Geldmarkt kurzfristig Mittel zur Finanzierung zu leihen, da das gegenseitige Vertrauen an den Märkten schwindet. Die Zentralbanken wollen mit ihrer Aktion nun gegensteuern.

Beteiligt an der Aktion waren neben der Fed und der EZB die Notenbanken von Japan, Großbritannien, Kanada und der Schweiz.

dpa

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