Sparen Sie 150 Euro pro Jahr

Zinsen & Gebühren: Münchens beste Girokonten

München - Wer bei seinem Girokonto den preisgünstigsten Anbieter der Stadt wählt, kann mehr als 150 Euro im Vergleich zur bisherigen Kontoverbindung sparen – Jahr für Jahr. Die tz zeigt Ihnen an einem Musterbeispiel, wie Sie Ihr bestes Konto finden

Eigentlich kann das Ehepaar Brunner gut mit Geld umgehen. Monatlich werden 3200 Euro auf dem Girokonto gutgeschrieben – und damit kommen Thomas und Nadine auch meistens zurecht. Gelegentlich ist das Girokonto schon mal kurz mit 200 bis 300 Euro im Minus, „meist kurz vor Ultimo, manchmal aber auch wegen unvorhergesehener Ausgaben“, sagt Nadine Brunner.

Thomas Brunner, der bei einem Autozulieferer arbeitet, bekommt auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie eine Gewinnbeteiligung. So können in guten Jahren schon mal rund 10 000 Euro extra anfallen. Die Brunners fahren zweimal im Jahr in Urlaub – einmal kurz nach Österreich, einmal zwei Wochen nach Spanien oder in die Türkei und auch in Thailand war das Ehepaar schon. Ab und zu geht’s zum Wandern auch schon mal nach Österreich oder in die Schweiz.

Die Brunners wissen schon einiges zum Thema Girokonto – besonders aus der Eigenwerbung mancher Banken. Da wird oft mit „Konto zum Nulltarif“ geworben. Doch das kann oft trotzdem teuer werden. Denn die Tücke liegt im Kleingedruckten. Das sind wichtige Punkte, die Sie beachten müssen:

So sparen Sie 150 € pro Jahr

Altersgrenze: Fast alle Kreditinstitute bieten kostenlose Girokonten für Schüler, Studenten und Auszubildende an. Auch Thomas Brunner hatte als Azubi so ein Gratis-Konto – und es danach einfach immer weitergeführt. Nur nicht mehr gratis. Nach dem Ende der Ausbildung oder bei Erreichen einer Altersgrenze ist auch sein Konto automatisch auf ein gebührenpflichtiges umgestellt worden. So wie Brunner geht es vielen Münchnern. Monatspauschalen bis zu 9,90 Euro plus 30 Euro Jahresgebühr für die Kreditkarte sind keine Seltenheit. Wer weiterhin nichts für das Girokonto zahlen will, dem bleibt nur der Bankwechsel.

Monatlicher Geldeingang: Manches Girokonto ist nur gratis, wenn jeden Monat ein bestimmter Mindestbetrag eingeht. So verzichtet die Volkswagen Bank direct auf 4,50 Euro Monatspauschale – aber nur, wenn monatlich mindestens 1000 Euro auf das Konto fließen. Manche Banken schreiben Kontoguthaben vor. Direktbanken wie Cortal Consors, DAB Bank und DKB verzichten ohne Wenn und Aber auf Kontopauschalen.

Kostenlos ist das Girokonto der Stadtsparkasse München bei einem monatlichen Geldeingang von 1.250 Euro. Wird dieser unterschritten, fällt pro Monat eine Grundgebühr von 2,30 Euro an.

Zusatzleistungen: Häufig ist die Kostenbefreiung daran geknüpft, dass das Girokonto online geführt wird. Geben Kunden Überweisungen in Papierform in Auftrag oder reichen Verrechnungsschecks ein, kann die Kostenfalle zuschnappen. Gebühren von zwei oder drei Euro pro Überweisung sind keine Seltenheit.

Geldautomaten: Sie sind die Kostenfalle Nummer eins. Bargeld an bankfremden Automaten kann mehr als fünf Euro kosten. Hier trumpft gerade die Sparkasse mit ihrem deutschlandweit besonders dichten Netz auf. Es geht aber auch noch dichter. Viele Direktbanken ermöglichen es, mit ihrer Kreditkarte bei allen Geldhäusern kostenlos abzuheben. Das funktioniert manchmal weltweit, etwa bei DKB, Cortal Consors und Netbank. Gut für die Brunners, wenn sie mal wieder in der Türkei Urlaub machen. In allen Euro-Ländern bietet so eine Gratis-Abhebemöglichkeit aber etwa auch die ING-Diba.

Karten-Kosten: Kostenfreie Kontoführung heißt nicht, dass alles gratis ist. Bei EC-Karten, Kreditkarten und solchen für den Partner langen manche Anbieter nämlich kräftig zu. Manche bieten zwar zwei EC- und zwei Kreditkarten ohne Gebühren – aber nur im ersten Jahr oder nur bei einem vierstelligen Mindestumsatz. Gute Online-Banken wie die DKB, aber auch das Best-Konto der Deutschen Bank bieten dagegen vier Karten ohne Kosten. Bei den billigsten Sparkassen-Girokonten kostet die Kreditkarte immer Gebühren.

Sollzinsen: Schnell mal in der Kaufingerstraße noch ein Kleid gekauft – und schon ist das Girokonto leicht überzogen. Das kann richtig teuer werden, wenn es öfter vorkommt, ärgert sich Brunner. Denn bisher hat er mehr als elf Prozent Zinsen für den Überziehungskredit gezahlt. Bei Dispo- und Überziehungszinsen pressen viele Geldhäuser nach wie vor ihre Kunden geradezu schamlos aus. Das muss nicht sein. Die Deutsche Skatbank (5 Prozent) etwa verlangt nicht einmal halb so hohe Dispo-Zinsen wie die Münchner Bank (12,90 Prozent).

Habenzinsen: … sind eine seltene Ausnahme – etwa bei der DKB (derzeit 1,05 Prozent). Die meisten Girokonten sind aber ohnehin kein Überschuss-Parkplatz. Die Brunners haben für das Ersparte ein Tagesgeldkonto bei der Volkswagen-Bank. Dort gibt es derzeit 1,4 Prozent Zinsen für Neuanleger. Drei Monatsgehälter hat Thomas Brunner hier geparkt.

Max Geißler, Peter Aldenrath

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