Arcandor will 650 Millionen vom Staat

+
Arcandor-Chef Eick will eine Millionen-Bürgschaft vom Staat.

Essen - Arcandor will in der nächsten Woche einen Antrag auf eine Staatsbürgschaft stellen.

Der ums Überleben kämpfende Touristik- und Handelskonzern Arcandor will Staatbürgschaften in Höhe von 650 Millionen Euro beantragen. Konzernchef Karl-Gerhard Eick sagte am Freitag in Essen, der Konzern werde voraussichtlich bereits in der kommenden Woche über seine Hausbanken Anträge auf Geld aus dem Deutschlandsfonds stellen.

Arcandor habe mit 86.000 Mitarbeitern eine große volkswirtschaftliche Bedeutung und sei mit seinen Handelssparten Karstadt und Quelle ein integraler Bestandteil der Versorgungsstruktur in Deutschland, rechtfertigte das Unternehmen den geplanten Antrag.

Eick: Wollen nichts geschenkt

Konzernchef Eick betonte: “Wir wollen weder etwas geschenkt, noch wollen wir den Einstieg des Staates als Aktionär bei Arcandor beziehungsweise sonstige Sonder-Finanzspritzen.“ Vielmehr solle durch die staatliche Bürgschaft die mangelnde Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte zeitweise ausgeglichen werden. Darüber hinaus strebe Arcandor einen marktüblichen Kredit aus einem KfW-Programm zur Firmenumstrukturierung an.

Der angeschlagene Essener Konzern braucht dringend neue Kredite. Bereits am 12. Juni läuft eine Kreditlinie des Unternehmens über 650 Millionen Euro aus. Bis September muss der Handelsriese sogar Kreditlinien in einem Gesamtvolumen von 950 Millionen Euro verlängern. Darüber hinaus benötigt Arcandor nach eigenen Angaben für die kommenden fünf Jahre weitere 900 Millionen Euro Kredit.

AP

Auch interessant

Meistgelesen

Rewe will 2018 mehr als zwei Milliarden Euro investieren
Rewe will 2018 mehr als zwei Milliarden Euro investieren
Zeitverzug bei Hauptbahnhof: Stuttgart 21 erst 2023?
Zeitverzug bei Hauptbahnhof: Stuttgart 21 erst 2023?
Neuer Faber-Castell-Chef setzt auf China und neue Trends
Neuer Faber-Castell-Chef setzt auf China und neue Trends
Die Nazi-Vergangenheit von Porsche: Gute Geschäfte unterm Hakenkreuz
Die Nazi-Vergangenheit von Porsche: Gute Geschäfte unterm Hakenkreuz

Kommentare