Kuka drohen Millionenbelastungen durch Auto-Pleiten

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Die Augsburger Firma Kuka produziert Roboter wie diesen, der im Robostics-Labor der FH München seine Dienste verrichtet (Archivfoto).

Augsburg - Die drohende Pleite der US-Autokonzerne Chrysler und General Motors (GM) würde auch den Roboter- und Anlagenbauer Kuka schwer belasten.

Die Risiken bezifferte das Augsburger Unternehmen am Dienstag im Zwischenbericht zum ersten Quartal auf schlimmstenfalls 116 Millionen Euro. Die mit Abstand größte Summe entfällt dabei auf die Kooperation mit Chrysler. “Ob beziehungsweise inwieweit diese Forderungen wertberichtigt werden müssen, kann noch nicht abschließend beurteilt werden“, hieß es.

Chrysler hatte vor einigen Wochen Insolvenz angemeldet; aktuell laufen die Gespräche über die Rettung des drittgrößten amerikanischen Autoherstellers. Kuka betreibt für Chrysler eine Produktionsanlage für die Karosserie des Jeep Wrangler. Auch die Finanzierung des Werks hatten die Deutschen übernommen. Die Augsburger gehen davon aus, dass der Betrieb fortgeführt wird. Der Wagen verkaufe sich gut, begründete Kuka seine Einschätzung.

Das Unternehmen musste aber einräumen, dass wegen der Insolvenz seit dem 4. Mai die Produktion stillsteht. Die Börsianer reagierten verunsichert. Der Kurs fiel im frühen Handel um 1,80 Prozent auf 10,92 Euro. Kuka leidet seit mehreren Quartalen unter der Kaufzurückhaltung der Autohersteller und Autozulieferer. Die Insolvenz eines Kunden belastete das Unternehmen bereits mit einem Millionenbetrag. Von Januar bis März verbuchte der Konzern einen Verlust von unterm Strich 1,8 Millionen Euro.

Vor einem Jahr hatte Kuka noch 9,8 Millionen Euro verdient. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sackte von 15,8 auf 0,2 Millionen Euro ab. Im Gesamtjahr will Kuka weiterhin ein ausgeglichenes bis leicht positives EBIT schaffen. Anders als bei der Präsentation des Ziels vor zwei Wochen klammerte Kuka nun aber ausdrücklich mögliche Insolvenzrisiken von Großkunden aus.

Bei Chrysler resultieren 88 Millionen Euro an Risiken aus der Finanzierung des Jeep-Werks, weitere circa 20 Millionen Euro aus dem Betrieb. Eine im Raum stehende Insolvenz von General Motors und seiner deutschen Tochter Opel würde Kuka mit bis zu rund 8 Millionen Euro belasten.

dpa

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