Zoff zwischen Porsche und VW

Piëch soll gegen Aktienrecht verstoßen haben

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Ferdinand Piëch provozierte den Porsche-Betriebsratschef Hück.

Stuttgart/Neckarsulm - Der Umgangston zwischen Porsche und VW wird rauer: Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück sieht in den Aussagen von Volkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch zur Fusion des Sportwagenherstellers mit VW mögliche Verstöße gegen das Aktienrecht.

Er lasse von Juristen prüfen, ob Piëch die Aufsichtsräten auferlegten Treue-, Sorgfalts- und Verschwiegenheitspflichten verletzt habe, sagte Hück, der stellvertretender Aufsichtsratschef ist, am Mittwoch am Rande einer Veranstaltung der IG Metall in Stuttgart.

Piëch hatte bei der Vorstellung des neuen VW Polo in Sardinien von Schwierigkeiten der Stuttgarter gesprochen, Geld aufzutreiben. VW könne dagegen leichter Kredite bekommen. Daher sei auch eine Übernahme und anschließende Integration von Porsche bei VW denkbar. Zudem hatte er signalisiert, der Sitz des neuen Unternehmens solle Wolfsburg sein. Piëch sitzt in den Aufsichtsräten der Porsche Automobilholding SE und der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG.

 Hück sagte, Porsche befinde sich keineswegs in einer Schieflage. Schulden von neun Milliarden Euro stehe ein Vermögen von 40 Milliarden Euro gegenüber. “Das Unternehmen erwirtschaftet Gewinne. Es stimmt nicht, dass es uns schlecht geht“, fügte er hinzu. Wenn anderes berichtet werde, gehe es “vielleicht um einen Machtkampf“. Es gebe auch keine Fusionsgespräche, sondern nur Sondierungen zu dem Thema. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking müsse seinen Vertrag voll erfüllen. Die Belegschaft stehe hinter ihm.

Aus dem Umfeld von Piëch hieß es am Mittwoch zu den Vorwürfen Hücks, der VW-Aufsichtsratschef habe nicht anderes gesagt als das, was ohnehin lange bekannt sei. “Sowohl die Verschuldung und die Liquiditätsschwierigkeiten als auch die intransparente Optionsstruktur der Porsche Holding SE sind seit Wochen in der öffentlichen Diskussion.“

Audi-Chef Rupert Stadler sagte bei der Audi-Hauptversammlung in Neckarsulm, er habe keine Ambitionen auf den Chefposten beim Autoimperium VW/Porsche. Er sei bis 2015 bei Audi gebunden. Er galt bislang neben Wiedeking und VW-Chef Martin Winterkorn als heißer Kandidat für den Chefsessel beim neuen VW/Porsche-Konzern.

Hück sprach sich dafür aus, dass Porsche eigenständig und mit dem Sitz in Stuttgart bleibe. Letzteres sei im Aufsichtsrat beschlossen worden. Dass Porsche eigenständig bleibe, habe ihm Porsche- Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche versichert. Auf die Frage zu einem Verhältnis zu Ferdinand Piëch sagte Hück: “Dazu möchte ich heute überhaupt nichts sagen. Sonst müsste ich lügen.“

Bei der Audi-Hauptversammlung äußerte sich Wolfgang Porsche nicht zur Debatte um die Zukunft von VW/Porsche. “Diese Diskussion führen wir nicht in der Öffentlichkeit“, sagte er in Neckarsulm. Auch sein Cousin Ferdinand Piëch sagte dazu kein Wort mehr.

Porsche hat unterdessen die in einem Medienbericht erhobenen Vorwürfe der Marktmanipulation zurückgewiesen. Die “WirtschaftsWoche“ hatte berichtet, Porsche-Vertreter hätten schon Mitte Februar 2008 gegenüber der niedersächsischen Landesregierung die Absicht geäußert, Volkswagen beherrschen zu wollen. “Diese Behauptung ist falsch“, teilte Porsche nun mit. Öffentlich gemacht hatte Porsche sein Ansinnen erst im Oktober. Daraufhin waren all jene Anleger unter Druck geraten, die auf fallende VW-Kurse gesetzt hatten.

Die Finanzaufsicht BaFin hat inzwischen Ermittlungen eingeleitet, denn Porsche hatte noch am 10. März 2008 per Pressemitteilung dementiert, den Anteil an Volkswagen auf 75 Prozent aufstocken und damit Europas größten Autobauer kontrollieren zu wollen. Sollte sich der Verdacht der Marktmanipulation bestätigen, wird die BaFin Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft stellen. Porsche verwies jedoch auf ein Schreiben der niedersächsischen Staatskanzlei, das das Unternehmen entlaste. Gegenüber der BaFin sei der Sachverhalt klargestellt worden, hieß es.

Porsche hat sich bei seinen Plänen für eine Übernahme von VW verhoben. Vor einer Woche hatten sich die Porsche-Eigentümerfamilien auf einen Zusammenschluss mit dem VW-Konzern geeinigt. Die Details sollen in den nächsten Wochen ausgearbeitet werden.

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