Porsche-Familien wollen Investor ins Boot holen

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Porsche-Familien haben sich geeinigt. Ein Investor soll kommen.

Stuttgart - Abu Dhabi oder Katar könnten bei Porsche einsteigen. Die Eigentümer-Familien einigten sich auf einen Investor zur Lösung ihrer Finanzprobleme.

Die Eigentümer von Porsche haben ihren Streit beigelegt und sich geeinigt, einen Investor für den Sportwagenbauer ins Boot zu holen. Porsche-Sprecher Albrecht Bamler bestätigte in Stuttgart eine entsprechende Meldung von “Focus-Online“. Die Familien Porsche und Piëch stünden geschlossen hinter diesem Plan, erklärte der Sprecher ohne nähere Angaben zu machen. Laut dem Bericht kommen das Emirat Abu Dhabi und das Scheichtum Katar als mögliche Investoren in Betracht.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sucht unter Hochdruck nach neuen Geldquellen für den hoch verschuldeten Sportwagenbauer. Der Top-Manager traf sich am Mittwoch in Stuttgart mit Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU), um Wege aus der Finanzmisere von Porsche zu finden. Gleichzeitig intensivieren die Stuttgarter die Suche nach einem Investor, der aus dem arabischen Raum kommen soll. Den Stuttgarter Sportwagenbauer drücken Schulden von neun Milliarden Euro. Die schwierige Finanzsituation von Porsche gilt als ein Knackpunkt bei den festgefahrenen Verhandlungen über ein Zusammengehen mit Volkswagen.

Unklar ist unterdessen, wie VW-Aufsichtsratschef und Porsche- Miteigentümer Ferdinand Piëch zu diesem Plan steht. Porsche zufolge soll er seinen Widerstand gegen den Plan aufgegeben haben, dass Porsche mit einem Investor seine finanzielle Schieflage in den Griff bekommt. Die Familien Porsche und Piëch stünden geschlossen hinter diesem Vorhaben.

Die “WirtschaftsWoche“ berichtet dagegen unter Berufung auf das Piëch-Büro in Salzburg, es gebe keinen neuen Sachstand: “Solange man die Finanzprobleme selbst lösen kann, sollte man keinen Dritten ins Boot holen.“ Stimmberechtigte Stammaktien sollten keinen Familienfremden überlassen. “Die stabile Struktur, wie sie heute existiert, sollte nicht verändert werden“, sagte ein Piëch-Sprecher nach Angaben des Blatts.

Hilfe beim Kampf gegen die Milliardenschulden erhofft sich Wiedeking auch vom Land Baden-Württemberg. An dem Gespräch mit Ministerpräsident Oettinger nahm auf Porsche-Seite auch Finanzchef Holger Härter teil. Für das Land saßen außerdem Staatsminister Wolfgang Reinhart und Finanzminister Willi Stächele (beide CDU) sowie Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) am Tisch.

Spekuliert wird, dass der Porsche-Chef Oettinger um Hilfe bei der Suche nach neuen Geldquellen gebeten hat. Der Sportwagenbauer soll sich um einen Kredit von der staatlichen Förderbank KfW bemühen. Auch eine Landesbürgschaft ist noch nicht ausgeschlossen. Einzelheiten aus dem Gespräch wurden zunächst nicht bekannt. Oettinger hatte jedoch bereits am Dienstag versichert, den Sportwagenbauer unterstützen zu wollen: “Wir werden alles tun, was uns rechtlich und wirtschaftlich möglich ist, um eine starke Entwicklung von Porsche in Baden- Württemberg zu erreichen.“ Porsche sei kein Sanierungsfall.

Wann die Verhandlungen der Vorstände von Porsche und VW über die Schaffung eines integrierten Automobilkonzerns weitergehen, ist noch unklar. Die Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Porsche und Ferdinand Piëch hatten am Dienstagabend jedoch erklärt, dass die Spitzen der beiden Autobauer trotz der permanenten Streitigkeiten möglichst bald wieder in die Gespräche eintreten werden. Zu halten sein wird nach Branchenkreisen aber nicht mehr der ursprüngliche Zeitplan, bis Anfang Juni die Eckpunkte für den künftigen Konzern vorzulegen.

Porsche ist mit neun Milliarden Euro verschuldet und hatte sich bei der VW-Übernahmen finanziell übernommen. VW-Patriarch Ferdinand Piëch hatte sich laut Medienberichten bis zuletzt gegen einen Einstieg eines neuen Geldgebers gewehrt.

AP/dpa

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