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Welcher Stern ist der Erde am nächsten?

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Proxima Centauri ist der erdnächste Stern. Er ist etwa 4,247 Lichtjahre von der Erde entfernt. (Künstlerische Darstellung)
Proxima Centauri ist der erdnächste Stern. Er ist etwa 4,247 Lichtjahre von der Erde entfernt. (Künstlerische Darstellung) © IMAGO/Panthermedia

Von den unzähligen Sternen am Himmel ist ein besonders unauffälliger Stern der Erde nach der Sonne am nächsten. Proxima Centauri wird selbst von mindestens drei Planeten umkreist.

Frankfurt – Unzählige Sterne funkeln am Himmel, doch sie alle sind unvorstellbar weit von der Erde entfernt. Wie weit, das erkennt man, wenn man sich den Stern anschaut, der der Erde nach der Sonne am nächsten ist: Proxima Centauri. Der Stern, der auch V645 Centauri oder Alpha Centauri C genannt wird, ist etwa 4,247 Lichtjahre von der Erde entfernt und damit der ihr nächstgelegene Stern.

Ein Lichtjahr beschreibt die Strecke, die Licht innerhalb eines Jahres im Vakuum zurücklegen kann: 9,46 Billionen Kilometer. Proxima Centauri ist damit etwa 40 Billionen Kilometer von der Erde entfernt – zu weit, um auf absehbare Zeit von einer Raumsonde besucht zu werden. Ein Raumschiff, das sich mit 61.000 Kilometern pro Stunde durchs Weltall bewegt (etwa so schnell wie die Nasa-Sonde „Voyager 1“) würde für die Reise bis zu Proxima Centauri ungefähr 75.000 Jahre benötigen.

Name:Proxima Centauri (V645 Centauri oder Alpha Centauri C)
Entfernung zur Erde:4,247 Lichtjahre
Radius:107.280 km
Oberflächentemperatur:2768° Celsius
Masse:etwa 0,123 Sonnenmassen
Typ:roter Zwerg
Planeten:mindestens 3 bekannte

Erdnächster Stern: Proxima Centauri ist trotzdem weit entfernt

Es könnte jedoch eine Möglichkeit geben, Sterne wie Proxima Centauri doch zu besuchen: Das Projekt „Breakthrough Starshot“ will die Strecke zum Stern Alpha Centauri, der ähnlich weit wie Proxima Centauri von der Erde entfernt ist, mittels Miniraumschiffen zurücklegen, die von einem Laser durchs All gejagt werden sollen. Die Miniraumschiffe sollen nicht größer als ein Handy sein und die Entfernung in zwanzig Jahren zurücklegen können, so die Theorie.

Doch zurück zu Proxima Centauri: Der erdnächste Stern wurde im Jahr 1915 entdeckt. Zuvor galt Alpha Centauri als der Stern, der der Erde am nächsten liegt. Proxima Centauri ist nur von der Südhalbkugel aus zu sehen und leuchtet auch dort nur sehr schwach, weshalb er nur schwer zu sehen ist. Die aktuelle Forschung geht davon aus, dass Proxima Centauri ein Doppelsternsystem bestehend aus den Sternen Alpha Centauri A und Alpha Centauri B umkreist – die drei bilden ein hierarchisches Dreifachsternsystem.

Proxima Centauri wird von mindestens drei Planeten umkreist

Der erdnächste Stern wird außerdem selbst von mehreren Planeten umkreist. Der erste dieser Planeten, Proxima Centauri b, wurde im August 2016 entdeckt, der zweite (Proxima Centauri c) im Juni 2020. Im Februar 2022 stand dann fest: auch ein dritter Planet (Proxima Centauri d) umkreist den erdnächsten Stern. (tab)

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